In den USA eskaliert der Streit um Bücher in Schulbibliotheken. Allein im Schuljahr 2024/25 wurden laut der Autorenorganisation PEN America 3.743 Buchtitel aus Schulbibliotheken entfernt – so viele wie nie zuvor.
Betroffen sind nicht nur umstrittene Werke, sondern auch Bestseller wie die "Twilight"-Reihe von Stephenie Meyer, Uhrwerk Orange oder Vielleicht lieber morgen. Häufig geht es um Bücher, die Themen wie Sexualität, Identität, Gewalt, Trauer oder Missbrauch behandeln.
Für die Bestsellerautorin Lauren Groff ist das ein Alarmsignal. In Florida – einem Bundesstaat mit besonders vielen Bücherverboten – eröffnete sie deshalb eine Buchhandlung mit einem eigenen Regal für "verbotene Bücher". Dort werden die Werke nicht nur verkauft, sondern auch kostenlos an Schulen verteilt.
Informationswissenschafterin Emily Knox spricht von einer "Krise". Zwar habe es Beschwerden gegen Bücher schon immer gegeben, doch mittlerweile würden organisierte Gruppen massenhaft gegen bestimmte Titel vorgehen und Bibliotheken unter Druck setzen.
Befürworter argumentieren, Kinder müssten vor ungeeigneten Inhalten geschützt werden. Kritiker sehen darin hingegen Zensur und warnen vor einem Angriff auf die Meinungsfreiheit. PEN America betont, der freie Zugang zu Büchern und Informationen sei ein Grundpfeiler jeder demokratischen Gesellschaft.