Das kann der DLC von "Life is Strange: True Colors"

Alle wollen mehr von "Life Is Strange: True Colors". Mit dem neuen "Wavelengths"-DLC gibt es nun eine Art Bonusepisode mit einer alten Bekannten.

Am liebsten würden wir die Achterbahnfahrt der Emotionen namens "Life is Strange: True Colors" immer wieder neu erleben. Für alle jene, denen es auch so geht, gibt es nun von Square Enix eine Bonusepisode in Form des "Wavelengths"-DLC zu spielen. Anders als in den Hauptepisoden schlüpft man dabei allerdings nicht in die Haut von Serien-Frischling Alex Chen, sondern in jene der jungen Frau Steph Gringrich. Bei "Life is Strange"-Kennern dürfte es dabei einen Aha-Moment geben.

Hier geht es zum Test von "Life is Strange: True Colors"

Spieler kennen Steph nämlich bereits aus "Life is Strange: Before the Storm", so sie sich als Künstlerin und Rollenspiel-Fan in die Herzen der Zocker zauberte. Mehr als alle anderen Charaktere in der Serie ist Steph geerdet, kümmert sich wenig um die Meinung anderer Leute und will einfach sie selbst sein – was die Figur von der ersten Sekunde an extrem sympathisch macht. Steph fügt sich auch perfekt in "True Colors" ein, wo sie im Städtchen Haven Springs im Plattenladen und für den Radiosender arbeitet.

DLC verbindet gleich drei "LiS"-Abenteuer

Der neue "Wavelenghts"-Downloadinhalt setzt die Geschichte des aktuellsten Games nicht fort, sondern spielt zeitlich vor "True Colors" und schlägt nach "Before the Storm" beziehungsweise dem allerersten "Life is Strange" einen Bogen zwischen den drei Videospielen. Zeitlich startet "Wavelenghts" mit Steph, die sich ein neues Leben aufbauen will, rund ein Jahr vor Alex Chens Ankunft in Haven Springs. Und gestartet wird ganz klassisch, ohne die typischen übernatürlichen Elementen.

So muss der Spieler zum Start gleich mal richtig anpacken und die gespielte Musik der Radiostation auswählen, Anrufe entgegennehmen und Anweisungen befolgen, kurz: den Betrieb des Radiosenders aufrecht erhalten. Ganz so stressig ist dies allerdings nicht, denn zwischendrin bleibt auch Zeit für Online-Dating und die Suche nach einer neuen Liebe. Klingt alles langweilig? Keinesfalls! Stephs unvergleichlich coole und herzerwärmende Art lässt uns dauernd schmunzeln und lachen.

Ein ungewöhnlicher Game-"Alltag"

Es ist ungewöhnlich, wie lange die Erweiterung die Spieler dazu bringt, ganz alltäglichen Aufgaben wie dem eigenen Job nachzugehen, es ist aber auch ein willkommener Ansatz, der es realistisch spielbar macht, wie eine junge Frau versucht, sesshaft zu werden. Schade dabei ist allerdings, dass die Tätigkeit kaum bis keine Auswirkungen auf die Handlung hat: Egal, ob man etwa eine kreative Playlist zusammenstellt oder einfach Songs aneinanderreiht, erlebt man dieselben Szenen.

Etwas Abwechslung mit Stephs traumhaften Humor gibt es durch die wieder durch die wählbaren Dialogoptionen, etwa beim Telefonieren und Moderieren. Mehr als zuvor hat man in diesen Passagen allerdings das Gefühl, einfach eine To-Do-Liste abzuarbeiten, ohne daneben einen wirklichen Entdeckungsspielraum zu haben. Top dafür: Noch nie war es so lustig, Text-Passagen in einem Videospiel zu lesen, wie es durch Stephs Humor bei ihren Dating-Aktivitäten der Fall ist. Ohne zu spoilern, in Sachen Liebe wartet auch die eine oder andere Überraschung.

Ein echter Leckerbissen für Serien-Fans

"Wavelenghts" spielt über die Laufzeit von vier Jahreszeiten immer wieder damit, dass auch Steph übernatürliche Kräfte besitzen könnte – allerdings tritt das nie auffällig in Erscheinung oder wird gar endgültig bestätigt. Diese Andeutungen gibt es etwa in Telefongesprächen, bei denen Anrufer Rat bei Steph in ihren großen und kleinen Sorgen suchen. Kräfte oder nicht – das wahre Highlight der Erweiterung ist Stephs Vergangenheit und Verbindung mit den übrigen Spielen und dem neuen Teil sowie die Erinnerungen an wichtige Geschehnisse.

Womit wir auch beim Knackpunkt von "Wavelenghts" wären. Das volle Vergnügen erleben nämlich nur jene Spieler, die auch fast alle bisherigen "Life is Strange"-Abenteuer erlebt und sich mit den vielen Charakteren angefreundet haben. Für sie ist "Life is Strange: True Colors - Wavelenghts" ein echter Fan-Lekcerbissen. Alle anderen Gamer erleben eine nette Episode mit viel Humor und einer sehr liebenswerten Protagonistin, allerdings auch einen spielerischen Alltag mit Personen und Geschehnissen, die einem fremd sind.

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