Das kostet dich die Mini-Cent-Abschaffung

Kommt jetzt die Abschaffung des Bargelds? Wird alles teurer? Ein Experte erklärt, was jetzt auf uns zukommt.
Die EU-Kommission will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen, Beträge künftig auf fünf Cent auf- oder abrunden. Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) will den Vorschlag prüfen, wenn er vorliegt. Aber: "Wir sind grundsätzlich für die Beibehaltung der bestehenden Zahlungsmittel und verwehren uns jedenfalls ganz klar gegen eine schleichende Abschaffung von Bargeld. Wir sind jedenfalls ganz klar gegen automatische Verteuerungen und Preissteigerungen durch etwaige Aufrundungen."



Ein paar Cent

Zu einer Preissteigerung würde es laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) aber ohnehin nicht kommen. "Die Rundungen betreffen nur Gesamtbeträge auf der Rechnung, nicht die einzelnen Artikel. Und auch nur bei Barzahlung", erklärt der Ökonom Josef Baumgartner gegenüber "Heute". Selbst im schlimmsten Fall betrage die Verteuerung pro Woche nur ein paar Cent.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Ein Beispiel: Bei zwei Käufen am Tag, deren Endsumme auf 8 Cent endet, käme es jeweils zur Aufrundung um 2 Cent. Kauft man so sechs Tage die Woche ein, käme man nach einem Monat auf eine Teuerung von gerade mal 96 Cent. Und das im schlimmsten Fall, erklärt der Ökonom. Denn bei einigen Käufen gäbe es in der Realität ja auch Abrundungen.



Gefahr für das Bargeld?

Bei einer Umsetzung würde man wenig merken, sagt Baumgartner. Mehrere EU-Länder, darunter Italien, Finnland und die Niederlande, hätten Ein- und Zwei-Cent-Münzen bereits abgeschafft: "Im Italien-Urlaub letztes Jahr wird das den wenigsten aufgefallen sein. In der Gastronomie am wenigsten, da wird mit Trinkgeld sowieso meistens aufgerundet."

Auch die Gefahr einer schleichenden Abschaffung des Bargelds sieht der Experte nicht: "Das würde erst eingeleitet, wenn die Mehrheit der Transaktionen in Österreich bargeldlos erfolgen." Geschäfte könnten etwa abwägen, ob sich der Aufwand für Bargeld noch lohne und es nicht mehr annehmen oder eine Gebühr verlangen. "Dann ist die Frage, ob eine solche Strategie von den Kunden abgestraft werden würde."



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