Das passiert bei einer Corona-Infektion in deinem Körper

Das Coronavirus führt bei geschwächten Personen schnell zu lebensbedrohlichen Symptomen. Doch was genau passiert im Körper bei einer Corona-Infektion?
Eine Infektion mit Sars-CoV-2 führt bei geschwächten Personen schnell zu lebensbedrohlichen Symptomen. Zu viele Corona-Patienten sind schon daran gestorben, aktuell werden über 15.000 Todesfälle weltweit, mehr als ein Drittel davon in Italien, gezählt. Doch warum ist Covid-19 so gefährlich? Forscher erklären, was bei einer Infektion mit dem Coronavirus in deinem Körper passiert:

Virologe Matthew Frieman von der University of Maryland School of Medicine (UM SOM) erklärt gegenüber dem Magazin "National Geographic", wie unser Organismus auf eine Ansteckung reagiert. Die Erkenntnisse stammen überwiegend aus den Erfahrungen mit den Coronaviren Sars und Mers, deren Symptome jenen von Covid-19 ähneln.

Demnach beginnt und endet der Krankheitsverlauf für viele Patienten in der Lunge. In den ersten Tagen verbreitet sich das Virus in unserem Atemorgan. Es befällt die Schleim produzierenden Becherzellen und Zilien (Zellen mit Flimmerhärchen), die Pollen, Viren und andere Fremdstoffe aus der Lunge transportieren sollen. Sars-Viren töten diese Zellen ab – woraufhin in Phase 2 das körpereigene Immunsystem anspringt und massenhaft Immunzellen gegen die zahlreichen "Eindringlinge" ausschickt.

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"Daran sterben die Menschen"


Dabei kann es zu einer Überreaktion kommen, durch die auch gesundes Gewebe vernichtet wird, wie Friedman erklärt. Wird diese nicht rechtzeitig gestoppt, erreicht die Krankheit Phase 3: Virus und Immunabwehr durchlöchern die Lungenflügel so, dass diese laut einer Erklärung der Weltgesundheitsorganisation WHO "wie Bienenwaben" aussehen. Durch die entzündeten Membranen gelangt zudem Flüssigkeit in die Lunge.



Für die Patienten bedeutet das ein akutes Atemversagen – sie müssen künstlich beatmet werden. "In schlimmen Fällen wird die Lunge regelrecht geflutet und du kannst nicht mehr atmen", schildert der Virologe: "Daran sterben die Menschen". Auch wenn manche Menschen die Erkrankung überstehen, drohen nach so einem schlimmen Verlauf bleibende Schäden an dem lebenswichtigen Organ.



Wie viel mehr Schaden unsere Immunabwehr anrichten kann, zeigt eine saudi-arabische Studie aus dem Jahr 2014. Demnach zeigten 92 Prozent der Patienten, die vom Mers-Virus infiziert wurden, auch außerhalb der Lunge Symptome. So wurden häufig auch erhöhte Leberenzymwerte, eine verringerte Zahl von weißen Blutkörperchen und Thrombozyten sowie niedriger Blutdruck festgestellt. Seltener kam es zu Nierenschäden und Herzstillstand.

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