Das passiert, wenn das Ladekabel am Strom bleibt

Viele von uns lassen das Ladekabel einfach in der Steckdose, wenn das Handy aufgeladen und abgesteckt ist. Doch ist das sinnvoll – oder gar gefährlich?
Es ist ja eigentlich praktisch; Man lässt das Ladegerät dauerhaft an einer Steckdose stecken und stöpselt das Smartphone einfach immer wieder an, wenn man es gerade laden will. Deswegen lassen viele Österreicher das Ladegerät einfach am Strom hängen, etwa am Bett-Beistelltisch, im Heim-Büro oder bei sonstwo einer Steckdose, die gerade frei ist.

Das Handy muss schließlich sowieso meist täglich geladen werden und so entfällt die Suche nach dem Ladegerät. Doch manche behaupten, dass das Strom verbraucht und sogar gefährlich ist. Was steckt dahinter? Ein erster Hinweis darauf, dass etwas passiert, wenn das Ladegerät ohne Smartphone am Strom hängt ist, dass es fühlbar warm wird.

Steigen die Stromkosten?

Um aber zu verstehen, was genau passiert, muss man erst einmal verstehen, was ein Ladegerät genau ist. In dessen Innerem gibt es einen Transformator. Dieser wandelt Strom aus der Steckdose so um, dass er das gekoppelte Smartphone nicht beschädigt. Der Transformator sorgt dabei für "Leerlaufstrom", was bedeutet, dass immer eine geringe Strommenge fließt – egal ob ein Smartphone angehängt ist oder nicht.

Das Ladekabel verbraucht also schon einmal Strom, wenn es ständig an der Steckdose hängt. Ein Kostenfaktor? Ja. Ältere Ladegeräte sorgten für zusätzliche Stromkosten von rund zwölf Euro pro Jahr. Neuere Technik ist aber moderner. Zwar gibt es noch immer Modelle mit einem ähnlich hohen Verbrauch, bei vielen Geräten kostet der Dauerleerlauf aber nur mehr rund ein Euro pro Jahr.

CommentCreated with Sketch.17 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Standby-Stromfresser im Haushalt

Doch auch das kann sich letztlich summieren: Hängen mehrere Ladegeräte in einem Haushalt im Leerlauf, steigen sich die Kosten. Übrigens: In jeder Wohnung und in jedem Haus gibt es auch andere, viel stärkere Stromfresser im Leerlauf. Und die fallen dann so richtig heftig aus. Eine Mikrowelle etwa macht rund sechs Euro Zusatzkosten im Jahr aus, ein Router 18 Euro.



Richtig große Strom- und Kostenfresser sind Receiver (rund 23 Euro pro Jahr), Drucker, Monitore und PCs (ebenfalls je 23 Euro pro Jahr), LCD-Fernseher (32 Euro pro Jahr) und Stereoanlagen (35 Euro pro Jahr). Deshalb raten Profis dazu, sich abschaltbare Steckdosen zuzulegen, an denen diese Geräte gekoppelt werden. Dabei lässt sich richtig viel Geld sparen.

Und ist das Ganze gefährlich?

Doch zurück zu unserem Ladekabel: Neben den Kosten steht die Frage, ob ein ständiges Steckenlassen gefährlich sein kann. Dazu zurück zum Wärme-Effekt. Ist das Ladegerät im Leerlauf, kann der Strom nirgends hinfließen. Der Strom wird deshalb in Wärmeenergie verwandelt, das Ladegerät wird warm bis heiß. Zusätzlich kommt es auf die Qualität des Kabels an.



Bei schlecht isolierten Ladekabeln kann der Leerlaufstrom zu Kriechstrom werden. Das bedeutet, dass Strom an der Oberfläsche des Isoliermaterials entlangfließen kann. Das betrifft nicht nur Billigteile von Drittanbietern: Auch Apple kämpfte in der Vergangenheit mit diesem Problem. Die Folge: Es kann kleine Stromstöße geben. Sind Kabel aber wasserabweisend oder speziell isoliert und nicht beschädigt, geht auch beim dauerhaften Betrieb keine Gefahr von ihnen aus. Billigteile können dagegen überhitzen und sogar zu brennen beginnen. Fazit: Besser das Kabel abstecken, wenn es nicht gebraucht wird. (rfi)

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