Bereits vergangene Woche präsentierte das Nationale Impfgremium (NIG) seine neue Empfehlung, was die Corona-Impfung betrifft. Kurzum: jedem Österreicher ab 12 Jahren wird die vierte Impfung vier bis sechs Monate nach Verabreichung der dritten Impfung empfohlen. Eine etwaig durchgemachte Infektion spielt dabei keine Rolle. Bei Kindern von 5 bis 11 Jahren soll spätestens zu Schulbeginn die Grundimmunisierung bestehend aus drei Impfungen fertiggestellt werden, in dieser Altersgruppe ist derzeit keine Auffrischungsimpfung empfohlen.
Am Montag informierte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) in einer Pressekonferenz zusammen mit der österreichischen Ärztekammer über eine Infokampagne über den vierten Stich. Rauch begann seine Ausführungen mit der Feststellung, dass es keine akute Situation im Gesundheitssystem gebe. Das sei die Basis auf Grundlage derer Maßnahmen verordnet würden, so der Politiker.
Rauch machte Werbung für die Impfung, Zahlen, die GECKO zuletzt vorgelegt habe, würden den Nutzen klar belegen: Das Risiko an Covid-19 zu sterben sinke um vier Fünftel, das Risiko hospitalisiert werden zu müssen um die Hälfte. Rauch kündigte eine Informationskampagne an, die bis Weihnachten andauern werde. Diese solle näher am Menschen sein und nicht nur die klassischen Kanäle bedienen. Die Politik könne nicht alles alleine machen, weswegen auch die Ärzte- sowie die Apothekerkammer – diese waren in der Form der Präsidenten Johannes Steinhart (Ärzte) und Ulrike Mursch-Edlmayr (Apotheke) – bei der Pressekonferenz vertreten waren.
Die Kampagne solle darauf aufmerksam machen, "dass die Pandemie noch nicht vorbei ist", erklärte der Gesundheitsminister. Ein weiterer Punkt, den Rauch klar hervorstrich. Die Grundimmunisierung ergibt sich durch drei Impfungen, nun sei es an der Zeit für die Auffrischungsimpfung. Viele seien der falschen Annahme, dass eine einmalig durchgemachte Infektion bzw. eine Impfung ausreichen würde, um optimal gegen Covid-19 geschützt zu sein. "Nein, das reicht nicht aus", hielt Rauch bestimmt fest.
Sowohl Johannes Steinhart als auch Ulrike Mursch-Edlmayr zeigten sich von der Schutzimpfung überzeugt. Nun gehe es darum, der Bevölkerung die wichtigsten Fragen – wann und mit welchem Impfstoff solle die Auffrischung stattfinden – im direkten Gespräch zu beantworten.