"Stehen wir zum Bürgermeister, der von den Grünen und den ganzen anderen 'Heisln da draußen beleidigt und beschuldigt wird" – diese Aussage bei seiner Rede am Landesparteitag der SPÖ Wien bringt Donaustadts Bezirkschef Ernst Nevrivy heftige Kritik ein. Auch zwei Tage nach dem Sager gehen die Wellen hoch.
In einer Aussendung kritisiert die Initiative "Scientists for Future Österreich" nicht nur den hemdsärmeligen Bezirkskaiser, sondern gleich die gesamte Wiener SPÖ: "Die Haltung und Handlungen der SPÖ-Wien gegenüber Verkehrsexpert:innen machen uns sprachlos. Es ist erst ein halbes Jahr her, dass Ulrich Leth und Barbara Laa mit Klagen in Millionenhöhe bedroht wurden", so die Initiative am Montag.
Und was meint Wiens SPÖ-Parteichef und Bürgermeister Michael Ludwig dazu? Im Rahmen des Mediengesprächs "Erste Ergebnisse des SORA Städtebarometer 2022" des Städtebundes sagte Ludwig, der dem Städtebund derzeit als Präsident vorsitzt: Der Donaustädter Bezirksvorsteher sei "bekannt für seine pointierten Aussagen". Nevrivy habe hier einen "sehr pointierten, erdigen Sager" getätigt. Wer den Bezirkschef kenne, wüsste das auch so einzuschätzen. Er, Ludwig, sei aber "verwundert, dass die inhaltliche Debatte nicht diesen Stellenwert in der Berichterstattung" gefunden habe. "Ich würde mir wünschen, dass man da mehr über die Inhalte diskutiert", so der Stadtchef.