Das Samsung Galaxy Z Flip ist ein Stück Kunst

Schick, innovativ und elegant: Das Samsung Galaxy Z Flip ist ein Hingucker unter den Falt-Smartphones. Doch kann es auch in der Praxis überzeugen? Der Test.

Mit dem Samsung Galaxy Z Flip hat das Unternehmen sein zweites Falt-Smartphone veröffentlicht. Anders als beim Fold, bei dem ein 4.6 Zoll Display außen und ein zweites 7,3 Zoll Display innen am Gerät liegt, verfügt das Flip am Gehäuse nur über einen Mini-Bildschirm. Die 1,1 Zoll große Anzeige stellt im zugeklappten Zustand Zeit, Datum, Akkuladestand und Benachrichtigungen mit einigen Aktionsmöglichkeiten dar. Apps und Co. werden aber nur am 6.7 Zoll großen Display angezeigt, das beim Aufklappen enthüllt wird.

Das Galaxy Z Flip ist auch in einem leistbareren Bereich als die bisherigen Falt-Smartphones angesiedelt – 1.480 Euro. Und derzeit scheint es auch das interessanteste Faltgerät zu sein. Aufgeklappt sieht es wie ein herkömmliches Smartphone aus: Großes Display, schmale Ränder, Lautstärke- und Power-Tasten, Kamera, Ladeanschluss. Ist der Screen an, ist auch die kleine Faltstelle im Display unsichtbar und kann nur erfühlt werden.

Zusammengeklappt wird das Galaxy Z Flip zum Design-Kunststück. Es lässt sich mit der beinahe quadratischen und handflächengroßen Form und der Dicke von rund 17 Millimetern gut in die Hosentasche stecken. Das will man aber nicht, denn vor allem in der Farbe "Mirror Purple" sieht das Gerät fantastisch aus, hier hat sich Samsung selbst übertroffen. Alternativ ist das Galaxy Z Flip in der Farbe "Mirror Black" erhältlich. Alle, die das Gerät zu Gesicht bekamen, sprachen von großer Design-Kunst.

Angenehm, aber Achtung vor Kratzern!

Das schnörkellose Design an der Außenseite wird neben dem Mini-Display 300 x 112 Pixel) nur von der Dual-Kamera (12 Megapixel Ultraweitwinkel und 12 MP Weitwinkel) unterbrochen, die etwas aus dem Gehäuse hervorsteht. Aufgeklappt findet sich im Display noch eine Selfie-Kamera (10 MP). Das Display wird von einem leicht erhöhtem Rahmen umrandet und löst mit hohen 2.636 x 1.080 Pixel auf.

Der Bildschirm ist aus einem Mix aus Glas und Kunststoff, was ihn stabil und gleichzeitig angenehm zu bedienen, aber wohl auch anfällig für Kratzer macht. Rechts am Gehäuse des 183 Gramm leichten Smartphones sind der Power-Knopf mit integriertem Fingerabdrucksensor und die Lautstärke-Tasten zu finden, links der SIM-Slot und unten Lautsprecher sowie USB-C-Ladeanschluss. Eine Speichererweiterungsmöglichkeit gibt es nicht, auch keinen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss.

Toller Widerstand des Scharniers

Beim Falten beziehungsweise Klappen fühlt sich das Galaxy Z Flip solide an. Es knarrt und wackelt nichts, der Mechanismus öffnet und schließt fließend und bietet dabei einen angenehmen Widerstand, der versehentliches Auf- und Zuklappen verhindert. Der Widerstand ist so groß, dass das Gerät auch halb geöffnet am Tisch abgelegt werden kann, ohne dass sich das Smartphone von selbst wieder schließt oder sich der Öffnungswinkel verändert. Schwer tut man sich allerdings, das Flip mit nur einer Hand zu öffnen.

Offen liegen lassen sollte man das Flip nicht ständig. Neben dem kratzer-anfälligen Display sammelt sich auch schnell etwas Staub in den Ritzen des Gehäuses an. Das könnte auf Dauer den Scharnieren schaden. Auch wasserdicht ist das Flip-Smartphone nicht. Beim Scharnier selbst verspricht Samsung rund 200.000 Faltvorgänge ohne Probleme, was einer Nutzungszeit von rund fünf Jahren entsprechen soll. Geschlossen sind Display und Scharniere gut geschützt, auch wenn das Gerät nicht ganz "dicht" abschließt und ein minimaler Spalt zu sehen ist.

Dünnes, aber hervorragendes Display

Beachtlich ist, dass das AMOLED-Display mit jener normaler Highend-Smartphones mithalten kann. Neben der hohen Auflösung gibt es sehr lebendige Farben und auch im Sonnenlicht ist der Bildschirm aufgrund der guten Helligkeit leicht ablesbar. Einige Apps unterstützen allerdings das 21,9:9-Format des Displays (noch) nicht und malen dann unschöne schwarze Balken an das obere und untere Bildschirmende. Samsung selbst schickt noch eine Warnung an Nutzer: Mit spitzen Gegenständen darf kein Druck auf das wohl extrem dünne Display ausgeübt werden.

Ein nettes Feature des Geräts ist der "Flex Mode". Klappt man das Display in einem 90-Grad-Winkel auf, kann die obere und untere Hälfte als je rund vier Zoll großes separates Display mit verschiedenen Anwendungen genutzt werden – etwa zum Youtube-Streamen, während man Texte tippt. Auch im voll aufgeklapptem Zustand kann man sich Apps oben und unten parallel anzeigen lassen.

Überraschend starke Hardware

Bei der Hardware gibt es eine Highend-Ausstattung, die das Smartphone auch bei intensivsten Anwendungen nicht zum Stottern bringt. Hier kann das Faltgerät mit Highend-Smartphones mithalten: Verbaut sind ein Snapdragon 855+ Prozessor, 8 GB Arbeitsspeicher, 256 GB interner Speicher. Das Smartphone läuft auf einem etwas angepassten Android 10. Einzig der Akku ist mit 3.300 mAh etwas knapper bemessen, lädt aber dank Schnellladung innerhalb von rund 1,5 Stunden wieder voll auf und reicht für einen intensiven Nutzungstag. 5G ist keines an Bord.

Die Dualkamera und die Selfiekamera liefern beide überraschend gute Fotos ab, ohne jene des Samsung Galaxy S20 Ultra gefährden zu können. Besonders in dunklen Umgebungen und mit Zoom kommt es zu Bildrauschen, in hellen Umgebungen sind die Aufnahmen aber knackig scharf und kontrastreich. Zwar stecken Falt-Smartphones noch in den Kinderschuhen, der leistbare Preis, die starke technische Ausstattung und das schicke Design machen das Samsung Galaxy Z Flip aber zur ersten Wahl für jene Nutzern die schon jetzt in die Falt-Welt einsteigen wollen.

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