Kontrolleur: Fahrgast schluckte gefälschtes Ticket

Alexander (37) ist seit neun Jahren Kontrolleur bei der Wiener Linien.
Alexander (37) ist seit neun Jahren Kontrolleur bei der Wiener Linien.Denise Auer
"Fahrausweise bitte!" Seit neun Jahren ist Alexander Öffi-Kontrolleur. In "Heute" verrät er die häufigsten Ausreden und skurrilsten Begegnungen.

Neun Jahre ist es her, dass der Wiener Alexander seine Grundausbildung bei den Wiener Linien absolviert hat und zum ersten Mal zur Ticketkontrolle ausrückte. Lang hat der erste Arbeitstag allerdings nicht gedauert. Zu Mittag war der Wiener schon wieder zuhause. "Ich hab bei einer Kontrolle bei der Währinger Straße eine gefangen", erzählt der Wiener. Kein Grund für den heute 39-Jährigen, den Berufswunsch zu überdenken. "Ich hab' nie gesagt, ich will das nicht mehr machen", erzählt Alexander.

"Beim Supermarkt muss ich auch bezahlen, auch wenns nur eine Dose ist"

"Du begegnest unterschiedlichen Leuten und weißt nie, was der Tag heute bringt", erklärt Alexander den Reiz an seinem Job. Vorhersehbar sind hingegen die Ausreden, "es sind oft die gleichen", weiß der Kontrolleur. "Ich bin eh nur eine Station gefahren", gehört mit Abstand zu den beliebtesten. "Beim Supermarkt muss ich auch mein Getränk bezahlen, auch wenn es nur eine Dose ist", lautet dann der Konter von Alexander. Auch häufig unter Schwarzfahrern: "Ich war im Stress", "Der Automat war kaputt", "Ich dachte, der Fahrschein ist 24 Stunden gültig" oder "Ich wollte noch die U-Bahn erwischen". "Als würde danach keine mehr kommen", schüttelt Alexander den Kopf. Behauptet jemand, der Ticketschalter sei defekt gewesen, begleitet der Kontrollor den Fahrgast schon einmal zum Automaten, unabhängig wie weit die Station entfernt liegt. "Dabei stellt sich meistens heraus, dass entweder keiner defekt war oder nur einer". 

Fahrgast isst gefälschtes Ticket

Das manche Passagiere, die keine 2,40 Euro für ein Einzelticket bezahlen wollen, richtig erfinderisch sind, zeigt ein Beispiel aus Simmering: "Ein Fahrgast hatte eine Ticket gefälscht, wir haben daraufhin die Polizei verständigt". Beim Eintreffen der Polizei hat der Fahrgast kurzerhand den Fahrschein verschluckt.

Kreativ sind übrigens auch die Fotos von Jahreskartenbesitzern. "Manche sind mit ihren Haustieren drauf", weiß Alexander. Solange der Fahrgast gut zu erkennen ist, auch kein Problem. "Wenn der Fahrgast wegen dem Papagei aber nicht zu erkennen ist, muss das Foto getauscht werden", weiß der 39-Jährige.

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