Wien

Gammel-Teigtascherl – so flog Wiener Asia-Shop auf

Der "Wan-Tan-Clan" ist zurück! In einem geschlossenen Asia-Lokal wurden Teigtascherl produziert. Kontrollore erwischten die "Köche" in flagranti.
Claus Kramsl
07.09.2023, 17:02
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700 Kilogramm bereits fertige Teigtascherln in verschiedensten Geschmacksrichtungen fanden die Kontrollore des Wiener Marktamts am Dienstag in einem geschlossenen asiatischen Restaurant in der Nähe der Großfeldsiedlung in Wien-Floridsdorf. Immerhin: Die Speisen wurden in drei großen Tiefkühlgeräten gelagert. Die unter unzumutbaren Hygienebedingungen hergestellten Asia-Spezialitäten wurden vorläufig beschlagnahmt – "Heute" berichtete.

Lokal geschlossen, Seitentür offen

Es ist dies der erste Schlag gegen eine illegale Teigtascherl-Produktion seit März 2022. Anders als in den vorherigen Fällen, bei denen zumeist Nachbarn auf die Produktionstätten in Wohnungen hinwiesen, weil ihnen mit Mehl und Co. beladene asiatisch aussehende Personen verdächtig vorkamen, deckte diesmal das Marktamt selbst die illegalen Machenschaften auf. Eine offene Tür des geschlossenen Lokals wurde dem "Wan-Tan-Clan" zum Verhängnis.

Marktamt "besucht" auch geschlossene Betriebe

"Bei uns hat jeder Kontrollor einen Rayon mit ungefähr 300 Betrieben, die er oder sie natürlich ganz genau kennt", erklärt Marktamts-Sprecher Alexander Hengl. "Auch geschlossene Lokale verschwinden bei uns nie ganz vom Radar. Wir wüssten sonst oft nicht oder erst start zeitverzögert, wenn ein neuer Betreiber eröffnet", so Hengl. Im aktuellen Fall kam dem zuständigen Marktamts-Mitarbeiter eine offen stehende Seitentür des seit längerem geschlossenen Asia-Restaurant spanisch vor.

Zwei Personen kneteten im Gastraum Teigtascherl

"Als der zuständige Mitarbeiter zusammen mit einem Kollegen das Lokal betrat, fand er zwei Personen im Gastraum vor, die fleißig dabei waren, Teigtascherl zu kneten", schildert Hengl. "Die Hygiene-Bedingungen waren dementsprechend schlecht", so der Sprecher zu "Heute".

Die komplette Produktion wurde beschlagnahmt und wird in weiterer Folge vernichtet. Weiters wurden gegen den Betreiber zahlreiche Anzeigen eingebracht. Auch mögliche Groß-Abnehmer – wie Lieferdienste und Asia-Lokale – der illegal produzierten Teigtascherl müssen nun zittern.

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