Das war Libyens Schreckensherrscher

Die Jagd nach Muammar al-Gaddafi dürfte ein Ende haben: Unbestätigten Meldungen zufolge soll er getötet worden sein. Der Nationale Übergangsrat hat bislang nur bestätigt, dass Gaddafi in Sirte, der letzten Hochburg seines Regimes, gefasst wurde.

Die Jagd nach Muammar al-Gaddafi dürfte ein Ende haben: Unbestätigten Meldungen zufolge soll er getötet worden sein. Der Nationale Übergangsrat hat bislang nur bestätigt, dass Gaddafi in Sirte, der letzten Hochburg seines Regimes, gefasst wurde.

Muammar al-Gaddafi im Portrait
Gaddafi wurde 1942 in Tripolitanien als Sohn einer Beduinenfamilie geboren. Gaddafi, der in Großbritannien die Offiziersausbildung erhielt, gründete später den "Bund Freier Offiziere", mit dem er am 1. September 1969 König Idris durch einen Putsch stürzte und als Revolutionsführer die Macht übernahm. Von da an regierte der exzentrische Diktator in dem nordafrikanischen Staat, ließ Oppositionelle verfolgen, während sich sein Clan bereicherte.

+++ Jubelbilder aus Libyen +++

Alkoholverbot und Kirchen geschlossen
Außenpolitisch ging Gaddafi in seinen 41 Herrschaftsjahren einen eigenen Weg. Mal wurde er mit dem Terrorismus in Verbindung gebracht, ein anderes Mal schwor er Massenvernichtungswaffen ab. Die westlichen Staaten waren vor allem aufgrund der reichen Ölvorkommen in Libyen vom Diktator gewissermaßen abhängig. Innenpolitisch propagierte er das System der direkten Demokratie ohne Parlamentarismus. Zumindest vorübergehend ließ er Alkohol verbieten, schloss christliche Kirchen und erklärte den Koran zum Kodex allen Lebens.
Ausgefallener Stil
Gaddafi galt als Exzentriker - und das nicht nur wegen seiner Vorliebe für große Selbstporträts und seinen auffälligen Kleidungsstil. So ließ er zum Beispiel während eines Aufenthalts in Frankreich ein beheiztes Beduinenzelt schräg gegenüber des Präsidenten-Palastes aufbauen. Begleitet wurde er von einer bis zu 30 Wagen zählenden Eskorte und von seiner ungewöhnlichen Leibgarde: attraktive, junge, Frauen in grünen Militäranzügen.

Neun Kinder
Gaddafi brachte mehrere seiner insgesamt neun Kinder (sieben Söhne, eine Tochter und eine Adoptivtochter) in Schlüsselpositionen unter. Der älteste Sohn stammt aus einer der Kurzehe, die nach nur einem halben Jahr 1969 geschieden wurde, mit der vermögenden Offizierstochter und Lehrerin Fatiha. Seit 1970 ist der Revolutionsführer mit der Krankenschwester Safija Farkash verheiratet, die die sieben weiteren leibliche Kinder zur Welt brachte.

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