Medizin-Nobelpreis geht an zwei Molekularbiologen

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an David Julius (USA) und den im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper.
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an David Julius (USA) und den im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper.JONATHAN NACKSTRAND / AFP / picturedesk.com
Die US-Forscher David Julius und Ardem Patapoutian wurden am Montag mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet.

Mit der Bekanntgabe der Preisträger in Medizin beginnen am Montag in Stockholm die Tage der Nobelpreis-Verkündungen. Die zwei Molekularbiologen David Julius und Ardem Patapoutian werden mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt.

Die Nobelpreise werden seit 120 Jahren an Menschen und Organisationen vergeben, die mit ihrem Wirken die Menschheit vorangebracht haben. So wollte es der Stifter, der schwedische Chemiker Alfred Nobel (1833–1896) , der unter anderem das Dynamit erfand.

mRNA-Forschende waren heiße Anwärter

Erst in diesem Jahr konnte die Forschung zur Bekämpfung des Coronavirus bei der Auswahl der Anwärter und Anwärterinnen für die renommierten Auszeichnungen berücksichtigt werden. Chancen ausrechnen konnten sich demnach auch Forschende, die mit mRNA-Impfstoffen die Corona-Pandemie bekämpft haben. Darunter unter anderem das Ehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci, das 2008 Biontech gegründet hat.

Der Nobelpreis für Medizin geht aber in diesem Jahr an David Julius (USA) und den im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

Friedensnobelpreis am Freitag

Der Friedenspreis könnte der einzige Nobelpreis sein, der traditionell bei einer Zeremonie im Dezember in Oslo überreicht wird. Am Dienstag und Mittwoch folgen die Preisträger und Preisträgerinnen für Physik und Chemie, am Donnerstag für Literatur und am Freitag für den Friedensnobelpreis. Den Abschluss bildet am darauffolgenden Montag die Bekanntgabe des Preisträgers oder der Preisträgerin für Wirtschaftswissenschaften.

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Wie im vergangenen Jahr ist die renommierte Auszeichnung mit zehn Millionen schwedischen Kronen (fast eine Million Euro) pro Kategorie dotiert. Vergeben werden die Preise allesamt an Nobels Todestag, dem 10. Dezember. Dabei erhalten die Ausgewählten auch ihre prestigeträchtigen Nobelmedaillen und Diplome. Die Nobelstiftung teilte bereits mit, dass zumindest bei der Preisverleihung in Stockholm wie im Vorjahr keine Preisträger in der schwedischen Hauptstadt vor Ort sein werden. Sie werden stattdessen in ihren Heimatländern geehrt. Dies wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Reisebeschränkungen.

Frauen holen auf

Die Zahl der Frauen unter den Nobelpreisträgern nimmt stetig zu. Gingen von 1901 bis 1920 nur vier Auszeichnungen an Frauen, lag ihr Anteil in den vergangenen zwei Jahrzehnten bei 24 Prozent. Bis zum Jahr 2019 einschließlich waren allerdings nur 54 von 923 Preisträgern Frauen, also etwas mehr als fünf Prozent. Mit 2,4 Prozent am geringsten ist der Frauenanteil beim Wirtschafts-Nobelpreis, bei den naturwissenschaftlichen Kategorien liegt er bei 3,2 Prozent.

Höher ist der Frauenanteil beim Literaturnobelpreis mit 13 Prozent und dem Friedensnobelpreis mit 15,9 Prozent. Immerhin war die Person, die als erste zwei Mal mit dem Nobelpreis geehrt wurde, eine Frau: die polnischstämmige Französin Marie Curie. Sie bekam 1903 den Physik-Nobelpreis, 1911 folgte der Chemie-Nobelpreis.

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