Wie die NASA ihre Mission zu Mond und Mars plant

Die NASA plant eine Mondstation und will bis 2030 weiter zum Mars. NASA-Experte David Meza bereitet dazu die Daten vor.

David Meza ist "Chief Knowledge Architect" der NASA, er arbeitet im Houston Space Center in Texas. Meza bringt Ordnung in den Datenberg, der sich in 60 Jahren NASA-Raumfahrt aufgetürmt hat. Es sind mehr als 100 Millionen Datensätze, mehrere Zettabytes groß, die der Experte gliedert. So genau weiß Meza das nicht. „Es ist eine Menge".

Für Zahlenfans: Ein Zettabyte sind 10 hoch 21 oder einfach gesagt 1.000.000.000.000.000.000.000 Bytes. Also eine Trillion Gigabytes.

Meza bereitet den gesamten Datenbestand der NASA auf und macht ihn für die 60.000 NASA-Experten in einem geschlossenen Netz zugänglich.

Heute setzt Meza auf Künstliche Intelligenz (KI), um die unterschiedlichen Daten zu bearbeiten und zu strukturieren. Seine Arbeit hilft, die NASA auch kommerziell zu einem Erfolg zu machen, sagt er zu "Heute". Derzeit ist Meza in Wien und sprach bei der Digitalisierungskonferenz "Darwin's Circle" im Haus der Industrie.

Weltraumbahnhof am Mond

Die NASA arbeitet jetzt verstärkt am „Lunar Space Gateway", vom Mond aus soll künftig das All erkundet werden. 2020 soll mit dem Bau der Station begonnen werden. Binnen längstens 15 Jahren soll dieser Weltraumbahnhof stehen, meint Meza. Kleine Einschränkung: „Wenn nichts dazwischen kommt". Vom Mond aus soll schließlich der Mars angesteuert werden. Im besten Fall will die NASA bereits ab 2030 am Roten Planeten landen.

Die Pläne wurden von US-Präsident Donald Trump in der "Space Policy Directive 1" bestätigt, am Geld sollte es also nicht scheitern.

Ein Problem sei, dass Funkbefehle von der Erde zum Mars und zurück rund 40 Minuten brauchen würden. Um am Mars schneller reagieren zu können, sei es also notwendig, mittels Künstlicher Intelligenz Entscheidungen zu treffen. Diese KI entwickelt Meza gerade. Die dazu notwendigen Daten müssten am Mars gespeichert werden, Meza will das möglich machen.

Schnelle Entscheidungen ermöglichen

Seine Arbeit helfe anderen Unternehmen, besser und schneller faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Mehr als die Hälfte aller Entscheidungen in einem Unternehmen würden ohne ausreichende oder auf Grund falscher Informationen getroffen, zitiert Meza aus einer Studie. Zwar seien die notwendigen Daten vorhanden, aber für die Entscheidungsträger meist nicht zugänglich. Meza will das ändern.

Virtuelle Realität

Die Zukunft der Datenverarbeitung sieht Experte Meza in der Virtuellen Realität. Die Visualisierung der Daten müsse ständig verbessert werden, um sie einfach und verständlich zu machen. Dabei sei das technische Niveau mancher SciFi-Filme aus Hollywood heute schon erreicht. Man könne bereits jetzt das Leben in einer Mondstation perfekt simulieren und sich so auf den realen Einsatz vorbereiten.





(GP)

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Maria Theresia von ÖsterreichInterviewDigitalisierung

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