Sozialleben

Dein Gegenüber müffelt – so sprichst du es richtig an

Wenn jemand unangenehm riecht, leiden vor allem die anderen. So kannst du heikle Themen wie Körpergeruch ansprechen.
04.11.2023, 06:49
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Körperausdünstungen, Essen zwischen den Zähnen oder Popel in der Nase sind unangenehm. Vor allem für die, die es mit ansehen oder riechen müssen. Doch kaum jemand traut sich, die betroffene Person darauf aufmerksam zu machen. Soll man was sagen? Oder lieber schweigen und ignorieren? 

Hilfreich oder unhöflich?

In einer Umfrage eines deutschen Marktforschungsinstituts gab mehr als die Hälfte der Befragten an, andere nicht auf deren unangenehmen Körpergeruch anzusprechen. Dabei erklärten etwa zwei Drittel, dass sie selbst nicht beleidigt reagieren würden, wenn sie jemand auf unangenehmen Körpergeruch hinweisen würde. Im Gegenteil, sie wären für einen solchen Hinweis sogar dankbar. Doch ist das nicht unhöflich? Die Schweizer Knigge-Expertin Sandra Wirz gibt Tipps, wie du das heikle Thema sensibel zur Sprache bringen kannst.

Frau Wirz, darf ich eine befreundete Person darauf aufmerksam machen, dass sie nach Schweiß riecht?

Ja, man macht ihr einen Gefallen damit. Ich wäre auch froh, wenn mich jemand darauf aufmerksam machen würde. Schließlich kann es immer passieren, dass man es selbst nicht wahrnimmt. Es bleibt jedoch ein heikles und individuelles Thema, das auf die Situation und Person angepasst werden sollte.

Was bedeutet das?

Ich würde mich fragen, welchen Nutzen ich davon habe. Nehmen wir beispielsweise die Situation eines ersten Dates. Dort entscheidet es sich schon sehr schnell, ob man die Person wiedersehen möchte. Hat man nicht viel für das Gegenüber übrig und empfindet die körperliche Hygiene fragwürdig, lässt man sich sehr wahrscheinlich nicht auf ein zweites Date ein.

Und wie geht man bei Popel in der Nase, Essensresten zwischen den Zähnen oder Schmalz in den Ohren am besten vor?

Der Ton macht die Musik. Es braucht sehr viel Fingerspitzengefühl, um solch ein heikles Thema gut rüberzubringen, sodass sich niemand verletzt fühlt. Man sollte es mit Anstand kommunizieren sowie sich einfühlsam und wohlwollend verhalten. Ich befand mich mal in einer ähnlichen Situation während einer Weiterbildung. Eine Mit-Studentin roch jeden Morgen nach Schweiß. Ich habe sie darauf angesprochen und ihr gesagt, dass ich sie einfach nur darauf aufmerksam machen möchte und ihr Gutes will. Zudem habe ich ihr meine Hilfe angeboten und gefragt, ob sie Tipps diesbezüglich bräuchte. Sie ist daraufhin sehr dankbar gewesen.

Und wie geht man mit schweisselnden Personen im Arbeitsumfeld um? Dürfte man wortlos ein Deodorant auf den Schreibtisch der Betroffenen stellen?

Nein, das ist sicher keine gute Idee. Bei Arbeitskollegen ist es die Aufgabe der Vorgesetzten, schonend und einfühlsam das Thema anzusprechen.

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