"Deliver Us The Moon" im Test: Grafikwunder im All

Schon vor dem Erscheinen mit Lob überhäuft: Der Science-Fiction-Thriller "Deliver Us The Moon" ist da und zeigt, ob die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt waren.
Mit Game-Hypes muss man ja vorsichtig sein, das weiß man nicht erst seit dem Drama um das Weltraumspiel "No Man's Sky". Auch der Science-Fiction-Thriller "Deliver Us The Moon" sorgte schon vor dem Release für Aufsehen. Über 300 Rezensionen auf der PC-Spieleplattform Steam sprechen eine eindeutige Sprache für das ehemalige Kickstarter-Projekt. Das Game wurde schon vor Release mit 9 von 10 möglichen Punkten bedacht – ein ungewöhnlich hoher Wert in der eigentlich eher sehr kritischen Steam-Community.

Der erste Teil des Games wurde bereits 2018 veröffentlicht, fand dabei aber wenig Anklang, da die Steuerung noch ungenau war und das Spiel ziemlich plötzlich aufhörte. Nun ist der Thriller allerdings fertig und neu herausgekommen. Worum geht es eigentlich? Im Spiel der Entwickler KeokeN Interactive und des Publishers Wired Productions findet sich der Spieler wieder einmal nach einer Apokalypse wieder.

Auch die Rundum-Themen sind nicht neu: Die Ressourcen der Erde sind aufgebraucht, die Menschheit sucht nach einem Weg um im All zu überleben. Auf dem Mond wird dazu eine neue Energiequelle angezapft, der Kontakt reißt aber ab. Als letzter Astronaut der Erde soll man Jahre danach versuchen, wieder Kontakt herzustellen.

Mix aus First- und Third-Person

Klingt nach platter Hollywood-Story mit Starbesetzung, ist aber genau das Gegenteil, wie unser anspielen der ersten fünf Kapitel zeigt. Die Story startet langsam und stellt die Einsamkeit in einer sterbenden Welt und später im dunklen All in den Mittelpunkt. Action gibt es zwar auch, aber nicht als Dauerfeuer, sondern in sinnvoll eingesetzten Dosen. Ins Staunen kommt man aber eher durch die dichte Atmosphäre, die unglaublich schön gestaltete Spielwelt und den tollen Soundtrack.

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CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Gestartet wird auf einer ramponierten Erde, wo man im Eiltempo aufgrund eines zerstörerischen Sandsturms die letzte Rakete fertigstellen muss, die die Erde noch verlassen kann. Besonders spielt sich der Mix aus First- und Third-Person-Perspektive, das Game wechselt automatisch nach Spielgeschehen hin und her. Das anfängliche Gameplay dreht sich vor allem ums Erkunden mit immer wieder auftretenden kleineren Rätseln. Sie nehmen zu, sobald man die Erde verlassen und an eine Raumstation angedockt hat.

Unglaublich gute Grafik

Zu einem simplen "Walking-Simulator" verkommt "Deliver Us The Moon" nie, denn trotz aller Schönheit und entdeckbarer Geheimnisse drängt meist die Zeit. Anfangs ist es der nahende Sandsturm, später der beschränkte Sauerstoff, der zur Eile antreibt. Die Präsentation dabei ist gewaltig und unvorhersehbar: Repariert man etwa ein Lebenserhaltungssystem und will weiter die Station erkunden, katapultiert eine Explosion den Spieler in den Weltraum und inmitten eines Asteroidenfelds.



Das Spiel selbst wurde von einem unabhängigen, kleinen Team mit der Unreal-4-Engine entwickelt, sieht aber dank Nvidia-RTX-Unterstützung, Ray-Tracing und Co. wie ein Multimillionen-Mammutprojekt aus – und spielt sich auch so. Beim Gang über Sand oder Metall "fühlt" man als Spieler den Unterschied beinahe, und bis auf kleine Grafikeinbrüche in weiten, offenen Flächen und einigen Textfehlern gibt es nicht mehr viel, was man beanstanden kann. Die Entwickler bessern auch beinahe im Tagestakt die kleinen Bugs aus.

Mehr Abwechslung wäre drin gewesen

Von allem Lob für die Grafik abgesehen bietet "Deliver Us The Moon" natürlich auch Stoff für Kritik. Die Mond-Panoramasichten sind Weltklasse, oft findet man sich aber auch nur in kargen Raumstation-Gängen wieder, die einander gleichen. Auch sind einige kleine Minispiele, etwa um neue Durchgänge zu öffnen, nicht sofort zu durchschauen. Dann steht man einige Minuten vor einer Schalttafel und dreht etwas ratlos an den Knöpfen. Auch bei der Suche nach dem nächsten Missionsziel läuft man manchmal etwas kopflos durch die Gegend, um den richtigen Bereich zu finden, in dem es weitergeht.

Die Story selbst spielt sich zwar großteils über gefundene Logbücher und Daten ab, bietet aber dennoch Spannung und gute Wendungen. Im neuen Abschlussteil des Spiels, der in der vorigen Fassung noch gefehlt hat, bricht schließlich auch mehr Action-Adventure durch. Abgründe müssen überwunden, mit Drohnen Raumstation-Systeme aktiviert und per Brachialgewalt Mauern durchbrochen werden. Und ein spannendes, fertig erzähltes Ende gibt es nun auch. Der Vorab-Hype kann der Titel zwar nicht ganz gerecht werden, "Deliver Us The Moon" weiß aber vor allem bei der Grafik zu überzeugen.

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