Delta-Schreckensprognose – Wien bleiben nur Tage

Menschen spazieren auf der Mariahilferstraße.
Menschen spazieren auf der Mariahilferstraße.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com (Symbolbild)
Die Delta-Variante ist in Österreich weiter auf dem Vormarsch! Für das Bundesland Wien gibt es nun eine Prognose, die Sorgen bereitet.

Laut dem Bundesministerium für Inneres gab es in Österreich bisher insgesamt 650.324 positive Testergebnisse. Mit Stand 28. Juni sind österreichweit 10.701 Personen an den Folgen des Virus verstorben und 637.545 wieder genesen. Derzeit befinden sich 179 Personen aufgrund des Virus in krankenhäuslicher Behandlung, davon werden 59 auf Intensivstationen betreut.

In den vergangenen Tagen und Wochen hat sich die Corona-Situation im Land dabei stetig verbessert, die Zahl der Neuinfektionen ist deutlich nach unten gegangen und ist mittlerweile nur noch zweistellig. So wurden etwa am heutigen Montag nur 63 neue Fälle in 24 Stunden vermeldet. Die 7-Tages-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nur noch bei 8,4.

"Delta-Mutation macht mir große Sorgen"

Kein einziges Bundesland hat aktuell einen Wert von über 20, viele liegen unter einem Wert von 10,0, die Tendenz ist weiter fallend. Das Bundesland Kärnten hat mit 2,1 den niedrigsten und Wien mit 19,2 den höchsten Wert. Bürgermeister Michael Ludwig zeigt sich angesichts der Delta-Variante bereits besorgt und mahnte unlängst zur Vorsicht.  "Die Delta-Mutation macht mir große Sorgen", erklärte der Wiener Stadtchef am Samstag beim Bundesparteitag der SPÖ.

Und dabei steht Ludwig offenbar nicht ganz alleine da, denn auch Experten warnen davor, die Delta-Variante auf die leichte Schulter zu nehmen. So wurde vor wenigen Tagen unlängst eine neue Prognose der Entwicklung der COVID-19-Fälle errechnet, die auf der Seite des Gesundheitsministeriums zu finden ist. Und in dieser Vorausschau geht es unter anderem auch spezifisch um die Delta-Variante.

"Anstieg der Fallzahlen"

Unter dem Punkt "Delta Variante" heißt es dabei: "Unter der Annahme, dass die Delta-Variante eine erhöhte Transmissibilität von 60 Prozent aufweist und das R eff der Alpha-Variante (B.1.1.7) 0,8 beträgt (wie bspw. am 25. 5. 2021 für Österreich beobachtet), ergibt sich ein R eff der Delta-Variante in der Größe von 1,28. Dies lässt zu erwarten, dass bei einer Delta-Prävalenz von rund 40 Prozent die Anzahl der positiv Getesteten erneut zu steigen beginnt."

Aktuelle Daten der AGES würden zudem darauf schließen, dass "dieser Anteil österreichweit noch unterschritten wird, aber insbesondere in Wien bei gleichbleibender Entwicklung in wenigen Tagen erreicht werden könnte." Vor diesem Hintergrund könne daher auch in den nächsten Wochen in anderen Bundesländern "wieder ein Anstieg der Fallzahlen eintreten."

Wegen der derzeit sehr niedrigen Fallzahlen seien "sowohl die Schätzungen der Varianten-Prävalenz wie deren Veränderungen, momentan mit großen Unsicherheiten behaftet".

"Kein Grund zur Panik"

Doch Bundeskanzler Sebastian Kurz beruhigt: "Derzeit befinden wir uns in einer sehr guten Corona-Situation mit sehr niedrigen Ansteckungszahlen, die es möglich machen, zur Normalität zurückzukehren. Aber, durch die Verbreitung der sogenannten Delta-Variante herrscht sehr viel Verunsicherung."

Man nehme diese Variante "selbstverständlich sehr ernst", aber es bestehe "kein Grund zur Panik". "Denn die gute Nachricht ist: Auch gegen sie wirkt die Impfung. Wer sich impfen lässt, ist also geschützt. Ich appelliere daher an alle, sich einen Impftermin auszumachen, denn es kommt ausreichend Impfstoff nach Österreich. In manchen Bundesländern gibt es dann sogar mehr Impfstoff als derzeit Impfwillige", teilte Österreichs Regierungschef am Montag mit.

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