Demonstration vor Wien Energie – "Preise müssen runter"

"Preise müssen runter" – am 1. September kam es zu einer Demonstration vor der Wien Energie Anlage in Spittelau.
"Preise müssen runter" – am 1. September kam es zu einer Demonstration vor der Wien Energie Anlage in Spittelau.Video 3 / ww medien
Am heutigen Donnerstagnachmittag gibt es eine Demonstration vor dem Kundencenter der Wien Energie. Das Motto: "Teuerung stoppen!"

Rund 1,2 Millionen Mitglieder zählt der Österreichische Gewerkschaftsbund. Möglichst viele davon sollen am 17. September zur "Preise runter"-Demo nach Wien kommen. Doch bereits am heutigen 1. September gibt es in dieser Hinsicht eine kleine Auftaktveranstaltung.

Aus dem links-autonomen Spektrum wird seit einigen Tagen zu einer Demo vor dem Kundecenter der Wien Energie gerufen. Die Gründe liegen auch hier auf der Hand: Nach und nach kommt Brief um Brief vom Energieversorger, der auf die nächste horrende Erhöhung für Strom und Gas hinweist. Unmittelbar vor dem Winter steigen etwa die Fernwärme-Preise um bis zu 92 Prozent.

Über zahlreiche Fälle von Wienern, die diese Rechnungen schlichtweg nicht mehr stemmen können, hat "Heute" bereits berichtet. Anlass bietet selbstverständlich auch die jüngste Causa rund um Sicherheitsleistungen, bei denen das Unternehmen zeitweise nicht mehr in der Lage war, diese aus eigenen Mitteln zu stemmen und Milliarden-Hilfen in Anspruch nehmen musste.

"Wollen nicht frieren"

Der Protest richtet sich aber notorisch auch gegen "Merit Order" und das kapitalistische Wirtschaftssystem an sich. Denn auch für den Strom aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft wird der teure Preis für Energie aus Gas fällig, und so wird durch die Inflation das gesamte Leben teurer. Gleichzeitig droht vielen Mietern die Zwangsräumung, denn in Zeiten hoher Teuerung steigen die Mieten automatisch an. Trotzdem sind Vermieter, die von Gasthermen auf nachhaltigere Heiztechniken umrüsten, die absolute Ausnahme.

"Der Winter kommt und wir können ihn uns nicht leisten. Wir wollen weder hungern noch frieren, weil das wenige Geld, das uns zum Leben gelassen wird, nicht mehr ausreicht. Denn es wäre genug für alle da und diese Krise wird von der Politik gemacht", so Simone Steiner, Sprecherin des Bündnis "en commun", das hinter der Demonstration steht.

Open Mic an der Spittelau

Der 1. September ist nicht zufällig gewählt, dabei handelt es sich um jenen Tag, an dem laut Brief der Wien Energie die neuen Preise für Strom und Gas gelten. Um "Protest und Druck von unten" zu zeigen, will man direkt vor dem Kundenzentrum der Wien Energie bei der U4/U6-Station Spittelau seinen Unmut zeigen.

Treffpunkt ist um 17 Uhr, Teilnehmende sind dazu aufgerufen, ihre Briefe von Wien Energie mit zur Versammlung zu bringen. "Auf der Kundgebung gibt es Reden und ein offenes Mikrofon. Lassen wir unsere Beschwerden laut werden!"

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