Der Rennwagen als Kunstwerk

Der einmalige Ferrari 166MM/212 Export mit dem Übernamen "Uovo" ("Ei") wurde von einem Bildhauer geschaffen. Im Herbst wird er versteigert und wird voraussichtlich Millionen einbringen.

Der einmalige Ferrari 166MM/212 Export mit dem Übernamen "Uovo" ("Ei") wurde von einem Bildhauer geschaffen. Im Herbst wird er versteigert und wird voraussichtlich Millionen einbringen.
1950 hatte Giannino Marzotto die Mille Miglia in einem der legendären Ferrari 166MM mit Touring-Karosserie gewonnen; Gianni, wie er von seinen Freunden genannt wurde, war danach ein Held für die Italiener, einer der ganz großen Sportler. 

Marzotto stammte aus einer Dynastie reicher Stoff-Fabrikanten. Auch bei Rennen trug er nur maßgeschneiderte Anzüge und war ein Mann von auserlesenem Geschmack. Davon zeugt auch die Geschichte seines außergewöhnlichen Ferraris.

Auch Marzotto's Bruder Umberto fuhr bei der Mille Miglia 1950 einen Ferrari 166MM. Bei einem Unfall wurde dieser Wagen in zwei Teile gerissen, es war ein Wunder, dass Marzotto und sein Beifahrer Franco Cristaldi überlebten. Gianni Marzotto hatte aber eine Idee: er beauftragte die damals noch bekannte Carrozzeria Fontana dem Wiederaufbau des Fahrzeugs.

Mit der Zeichnung der Form beauftragte er den bekannte Bildhauer Franco Reggiani. Die Expertise von Fontana im Bau aerodynamischer Formen und die Kunst von Reggiani führten zu einem der außergewöhnlichsten Ferrari aller Zeiten, der als "Uovo", das "Ei", berühmt wurde.

Mäßige Rennerfolge

Die Renngeschichte war es nicht, die den Wagen bekannt machte. 1951 trat Gianni Marzotto samt Beifahrer Marco Crosara mit dem "Uovo" zuerst beim Giro di Sicilia an, führte auch, brachte den Wagen aber nicht ins Ziel. Bei der Mille Miglia 1951 führte Marzotto mit dem "Ei" am ersten Tag, musste dann aber nach einem Schaden an der Aufhängung aufgeben.

Erst bei der Coppa della Toscana konnte er schließlich einen Sieg erringen. Ende des Jahres wurde dem Fahrzeug der Motor eines Ferrari 212 Export montiert, wahrscheinlich 1953 erhielt er dann das Triebwerk aus einem 212 Inter. Da war der Wagen aber längst in Amerika, nicht immer nur in liebevollen Händen, so dass es hinter seiner späteren Geschichte doch einige Fragezeichen gibt.

Das ungewöhnliche "Ei", formal sicher einer der auffälligsten Ferrari überhaupt, wird im Herbst von RM Sotheby's versteigert werden. Umgerechnet werden mindestens 4,16 Millionen Euro erwartet.

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