Der Tag, an dem der Terror nach Österreich kam

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Terroristen verübten Montagabend mehrere Terroranschläge in der Wiener Innenstadt. Es gab Tote und Verletzte. Die Regierung rät, zuhause zu bleiben.

20.00 Uhr: Erste Meldungen über Schüsse in der Wiener Innenstadt verbreiten sich auf Sozialen Medien. Polizeiautos rasen in großer Zahl in die City.

20.05 Uhr: Die Berichte über ein Attentat in der Seitenstettengasse vor der jüdischen Synagoge intensivieren sich. Erste Videos zeigen brutale Szenen, Schussabgaben und Menschen, die vom Schwedenplatz über Brücken aus dem 1. Bezirk flüchten.

20.45 Uhr: Es wird klar, dass es mehrere Opfer gegeben hat. Die Täter sind laut Augenzeugen vom Hohen Markt in verschiedenen Gassen Richtung Schwedenplatz gelaufen und haben dabei Dauerfeuer-Salven abgefeuert. Das ist keine Einzelaktion, sondern eine konzertierte Terror-Aktion.

20.59 Uhr:Das Innenministerium geht von einem "Amoklauf oder Anschlag" aus. Ein Krisenstab wird gebildet.

21.00 Uhr: Die Täter sind mit Gewehren und anderen halbautomatischen Waffen ausgerüstet. Die Bevölkerung wird gewarnt, in den betroffenen Straßenzügen auch mit Lautsprecherdurchsagen. Die Menschen sollen zuhause bleiben.

21.13 Uhr: Es wird bestätigt, dass ein Polizist angeschossen und schwer verletzt ist. In Sondersendungen berichten TV-Sender wie der ORF über die Ereignisse.

21.20 Uhr: Die Lage spitzt sich zu. Viele Falschmeldungen schüren Ängste. In der ganzen Stadt sind Polizeisirenen zu hören. Hubschrauber kreisen über Wien. Feuerwehr und Spitäler werden für die Notlage mobilisiert. Gerüchte über Geiselnahmen und Tatorte in Außenbezirken machen die Runde.

21.30 Uhr:Es wird klar, dass die Tatorte in der Innenstadt liegen: Salzgries, Morzin/Schwedenplatz, Graben, Bauernmarkt und Fleischmarkt.

21.45 Uhr:Bürgermeister Michael Ludwig meldet sich. Die Menschen sollen daheim bleiben. Auch Innenminister Karl Nehammer mahnt zu Ruhe und Vorsicht. Es gebe in Wien keine regionale Eingrenzung der Gefahr. Man solle die Straßen der Bundeshauptstadt meiden.

22.26 Uhr:Die Polizei bestätigt sechs Tatorte in Wien, mehrere Täter, die Langwaffen tragen. Es gibt einen erschossenen Täter. Der Blutzoll ist schrecklich: Mehrere Schwerverletzte, darunter ein Polizist und ein weiteres Todesopfer. Bedrohlich: Mehrere Täter sind auf der Flucht. Zur Sicherheit werden Menschen in Lokalen, aber auch im Burgtheater eingeschlossen. Andere Lokale werden von Polizeieinheiten durchkämmt – auf der Suche nach Tätern. Die Staatsoper wird evakuiert, Öffis fahren weiter.

22.45 Uhr: Es wird klar, dass die Aktion in verschiedene Richtungen von der Seitenstettengasse/Hoher Markt ausgegangen ist. Die Täter schossen "wahllos" auf Gäste in Lokalen, zum Teil auch auf Personengruppen in Schanigärten. Ludwig spricht von sieben Schwerverletzten. Ein Passant sei getötet worden. Auch von einem Sprengstoffgürtel ist die Rede. Der Entminungsdienst ist mit zahlreichen Kräften in der Innenstadt präsent.

23.08 Uhr:Das Bundesheer hat seine Spezialkräfte mobilisiert. Das Jagdkommando sichert die kritische Infrastruktur in Wien, Regierungsgebäude und Botschaften. Im gesamten Gebiet der Innenstadt sind Soldaten zu sehen. Ein Heli kreist.

23.16 Uhr:Bundeskanzler Sebastian Kurz spricht von einem "widerwärtigem Terroranschlag".

23.20 Uhr: Zahlreiche Solidaritätsadressen anderer Länder treffen ein. Darunter insbesondere aus Frankreich, das zuletzt stark von islamistischem Terror betroffen war. Allerdings ist das Motiv in der Vorfälle in Österreich noch unklar.

23.50 Uhr:Bundespräsident Alexander Van der Bellen bedankt sich bei den Einsatzkräften und appelliert an Ruhe und Vernunft.

23.51 Uhr:Bundeskanzler Sebastian Kurz tritt in der ORF-Sondersendung auf. Auch er spricht Polizei, Bundesheer, Rettung und Feuerwehr seinen Dank aus. Und: Kurz nennt die Aktion erneut einen "widerwärtigen Terroranschlag".

Bundeskanzler Sebastian Kurz reagiert auf Moria-Katastrophe (12. September 2020)
Bundeskanzler Sebastian Kurz reagiert auf Moria-Katastrophe (12. September 2020)Screenshot Facebook/Sebastian Kurz

00.03 Uhr: Die Zahl der Schwerverletzten steigt auf 15. Sie wurden in Krankenhäusern in Behandlung gebracht, alle haben Schusswunden. Kurz mahnt, man möge die Nachrichten laufend verfolgen - auch am Dienstag.

00.05 Uhr: Im Interview mit Kurz werden mehrere Verhaftungen erwähnt. Kurz kann einen antisemitischen Hintergrund nicht ausschließen.

00.20 Uhr:Der Einsatz wird die gesamte Nacht andauern. Die Sondereinheiten der Polizei wie Wega und Cobra bleiben auf der Jagd nach (Mit)Tätern.

00.25 Uhr:Der Chef des Wiener Krankenanstaltenverbunds bestätigt die 15 Verletzten.

00.30 Uhr: Vizekanzler Werner Kogler nennt die Anschläge "vernichtenden Terror". Und er warnt: "Die Gefahr ist noch nicht gebannt!"

Werner Kogler kündigt das Ende der Geisterspiele ab dem 1. September an.
Werner Kogler kündigt das Ende der Geisterspiele ab dem 1. September an.Picturedesk

00.45 Uhr:Österreich bangt. Kann ich am Dienstag gefahrlos in die Arbeit, die Kinder in die Schule schicken? Der Terror hat Wien in Geiselhaft genommen.

01.30 Uhr: Innenminister Nehammer (ÖVP) sagt in einer Pressekonferenz, dass mindestens ein Täter noch auf der Flucht ist. Am Dienstag gibt es keine Schulpflicht in Wien, alle Kinder können zuhause bleiben. Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Nach wie vor gilt: Zuhause bleiben und öffentliche Orte meiden! 

02.05 Uhr: Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) verlautbart via ORF die schreckliche Nachricht – es gibt zwei Todesopfer, eine Frau und einen Mann; 15 Personen werden in den Wiener Spitälern behandelt. Bei dem erschossenen Attentäter gebe es laut Ludwig schon starke Indizien, was die Identität betrifft. Er wolle über Hintergründe derzeit noch nicht sprechen, es laufen derzeit Umfelderhebungen und Hausdurchsuchungen im Umfeld des Terroristen.

Michael Ludwig
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Die nächste Pressekonferenz im Innenministerium ist für 6.00 Uhr früh anberaumt. "Heute" wird LIVE berichten. Bleib in der Zwischenzeit im Sicheren. Danke, dass du die "Heute"-Berichterstattung verfolgst.

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