Am Wiener Hauptbahnhof stand am Freitag kurz nach 9 Uhr ein völlig mit Graffiti verunstalteter Zug der ÖBB. Über mehrere Waggons hinweg zogen Unbekannte eine Spur der Verwüstung. Zumindest den Beschmierungen zufolge dürfte es sich um Rapid-Fans handeln.
Der Frust der letzten Derby-Niederlage im Heimspiel gegen die Wiener Austria im eigenen Stadion sitzt bei einigen Rapid-Fans anscheinend noch tief. Bislang noch unbekannte Fans ließen kürzlich offensichtlich die Spraydosen sprechen – und verunstalten mehrere Waggons eines Zuges.
"Lords 2004", "LR04", "Derbyfotzen! :)" – die Beschmierungen auf den Waggons lassen vermuten, dass erboste Rapid-Fans den Zug verschandelten. Ein Leserreporter-Video zeigt die Schneise der Verwüstung entlang der Cityjet-Garnitur.
Auf Anfrage von "Heute" lagen den ÖBB bislang keine gesicherten Detailinformationen vor. Die ÖBB-Pressestelle stellte jedoch klar, dass das Beschmieren der Züge mit Graffitis kein Kavaliersdelikt ist, sondern "eine strafbare Sachbeschädigung, die letztlich auch der Allgemeinheit Schaden zufügt. Die ÖBB dokumentieren jeden einzelnen Vorfall und bringen diesen konsequent zur Anzeige."
Neben der konsequenten Strafverfolgung setzen die ÖBB weiterhin stark auf Prävention, um Graffiti-Vorfälle nachhaltig einzudämmen. Dazu zählen unter anderem ein engmaschigeres Überwachungsnetz, verstärkter Einsatz von geschultem Sicherheitspersonal sowie bauliche Maßnahmen wie Zäune und Zugangssicherung. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Vorfälle rascher zu erkennen und entsprechend zu reagieren, heißt es.
Trotz eines leichten Anstiegs bei den Graffiti-Attacken auf Züge ist den ÖBB im Jahr 2025 ein deutlicher Erfolg gelungen: Die Kosten für die Beseitigung der Schmierereien konnten massiv gesenkt werden. Laut aktuellen Zahlen belief sich der finanzielle Schaden auf rund 2,2 Millionen Euro – weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts von 4,5 Millionen Euro. Möglich wurde das vor allem durch verbesserte Sicherheitsmaßnahmen und verstärkte Präventionsarbeit.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2.859 Graffiti-Fälle registriert, womit die Zahl der Vorfälle leicht gestiegen ist. Für die Bundesbahnen bleiben die Folgen dennoch beträchtlich: Je nach Größe des Graffito und Reinigungsaufwand können die Kosten pro betroffenen Zug zwischen 10.000 und 100.000 Euro liegen. Die ÖBB betonen daher, dass Graffiti nicht nur Sachbeschädigung, sondern auch ein erheblicher Kostenfaktor für das Unternehmen sind.