Bizarre Hörerlebnisse spielten sich am Donnerstagmorgen ab. Ein Leserreporter berichtet, dass plötzlich arabische Parolen zu hören waren. Wer oder was genau hinter dem Vorfall steckt, ist zur Stunde nicht ganz klar.
Der Angestellte Thomas F. (Name der Redaktion bekannt) war am Weg in die Arbeit. Der Pendler aus Niederösterreich stand gerade am Wiener Praterstern vor einer roten Ampel, als im Hintergrund – es war etwa 7.10 Uhr – im ORF-Radio ein Beitrag über den Terror-Prozess in Villach lief.
Dann geschah das Außergewöhnliche: Eine fremde Stimme funkte dazwischen, das Ö1-Programm war weg, stattdessen wurde auf Arabisch gesprochen. "Ich hörte wörtlich 'Allahu Akbar'", sagt Thomas F., "das ging mehrere Minuten lang so weiter."
Dann schaltete die Ampel auf Grün, der Niederösterreicher fuhr weiter und kurz nach der nächsten Quergasse sprang das Programm wieder auf das Ö1-Morgenjournal.
Brisant ist der Hack allerdings vor dem Hintergrund, dass sich das ORF-Radio just in diesen Minuten thematisch mit radikalen Islamisten befasste. So wurde zum einen der in erster Instanz zu lebenslanger Haft verurteilte Villach-Attentäter als auch jener Verdächtige, der einen Anschlag auf das Taylor-Swift-Konzert in Wien geplant haben soll, behandelt.
Ein Technik-Insider aus dem ORF sagte zu "Heute": "Technisch hat das nichts mit dem ORF-Radio zu tun, wir senden immer nur unser Programm." Was in seltenen Fällen geschehen kann: "Es gibt Menschen, die Mini-Sender betreiben, die ein eigenes Programm für eine Community ausstrahlen", so der Insider.
Es gibt also kleine, illegale Radiosender, die nur sehr begrenzt ausstrahlen können. Empfangen kann man das Programm nur in einem Umkreis von einer oder zwei Gassen. Deswegen konnte Thomas F. wohl nur auf einer Strecke von etwa 50 Metern das arabische Programm hören.
Fakt ist: Die Fernmeldebehörde versucht nun diesen illegalen "Piratensender" zu finden.