Detektive ärgern sich über Ibiza-"Schnüffler"

Ein "Detektiv" soll dabei geholfen haben, die Falle in Ibiza zu inszenieren. Der Berufsstand distanziert sich deutlich.
Als "Detektiv H." ist jener Mann in der Öffentlichkeit bekannt, bei dem es sich um den männlichen Lockvogel im Ibiza-Video handeln soll.

Die Branche ist sauer, erzählt Lukas Helmberger, Präsident des Österreichischen Detektiv-Verbands, im Gespräch mit "Heute.at": "Da entsteht ein Bild von Detektiven, das nicht in Ordnung ist."

Man will sich abgrenzen von der Vorgangsweise, die Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus (beide FPÖ) ihre politischen Karrieren kostete.

Zur Person

Lukas Helmberger ist seit 1994 Ermittler und Präsident des Österreichischen Detektiv-Verbandes (ÖDV).
"Konstruierte Situation"

Die zwei freiheitlichen "Darsteller" hätten zwar "gut mitgemacht", so Helmberger, doch wurden sie von den Lockvögeln in einer "konstruierten Situation offenbar sehr methodisch in die gewünschte Richtung gelenkt". Das widerspricht dem Grundsatz, das Fehlverhalten von Personen nicht selbst herbeizuführen oder zu begünstigen.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bei einem ordentlichen Detektivauftrag, der natürlich zuvor auf Legitimität geprüft wird, müsse ein "berechtigtes Interesse vorliegen, ein drohendes Schadenspotential von dem Auftraggeber abzuwenden", so der Experte.

Das sei im Fall der Ibiza-Affäre aber nicht anzunehmen, sagt der Detektiv. "Sonst hätte man das Material nicht zwei Jahre in der Schublade liegen gelassen, versucht, es zu verkaufen, und schließlich dem 'Spiegel' und der 'Süddeutschen Zeitung' zugespielt."

Kein Berufsdetektiv?

Anders würde sich die Lage gestalten, wenn eine politische Partei den Verdacht hätte, dass ein Vertreter einer anderen Partei illegale Handlungen setzt: "Dann kann man die Person beobachten und beispielsweise Fotos einer Geldübergabe auf einem Parkplatz anfertigen sowie Informationen über die Beteiligten sammeln. Anschließend wären die Behörden am Zug."

Bei H. handelt es sich laut Detektiv-Verband um keinen österreichischen Berufsdetektiv, es dürfte keine Gewerbeberechtigung vorliegen. Er ist derzeit wohl abgetaucht. Er ist allerdings als Zeuge in einem Prozess geladen, der Ende Juni in Krems startet.

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(lu)

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