Deutsche Trainerin führte Flüchtling zu Olympia-Bronze

Shamil Borchashvili, Yvonne Bönisch
Shamil Borchashvili, Yvonne BönischGEPA
Shamil Borchashvili jubelte über Judo-Bronze bei Olympia! Die Erfolgsformel für Österreich: eine deutsche Trainerin und ein Flüchtling als Athlet.

Borchashvili flüchtete mit seinen Eltern aus Tschetschenien nach Österreich. Sein Weg führte ihn über Traiskirchen und Wels nach Tokio, wo er mit Olympia-Bronze die zweite Medaille für Österreich nach Gold für Anna Kiesenhofer im Damen-Straßenradrennen fixierte.

Hinter dem Erfolg von Borchashvili steht natürlich mehr als nur ein Flugticket nach Tokio. Sein persönlicher Coach ist sein jüngerer Bruder Wachid. Und als Teamchefin steht ihm die Deutsche Yvonne Bönisch, Olympia-Siegerin von 2004, zur Seite.

An die beiden ging unter Tränen der Dank des 26-Jährigen nach seinem Karriere-Höhepunkt: "Yvonne sagte heute früh zu mir: 'So einen Tag wirst du nicht oft bekommen. Genieße es und freue dich auf jeden Kampf. Mach dir keinen Druck, du bist nicht der Top-Favorit.'"

Lob von der Teamchefin

Borchashvili behielt die Nerven, eroberte Bronze gegen den Deutschen Dominic Ressel. Auch für Bönisch eine wahnsinnige Erleichterung: "Mir zittern noch die Knie, das ist sehr emotional", meinte die Teamchefin nach der Siegerehrung. "Ich bin überwältigt, er hat alles super umgesetzt. Bronze beim ersten Olympia-Start, das ist schon unglaublich."

Bönisch lobte auch die Arbeit von Borchashvilis Bruder: "Die beiden haben tolle Video-Analysen gemacht, jeden Gegner richtiggehend zerlegt und eine Taktik entwickelt." Sie hofft, dass die Medaille auch den Teamkollegen Auftrieb gibt. "Das motiviert und ist befreiend. Man sieht, dass sich das harte Training auszahlt."

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