Burak Karan stand einst eine vielversprechende Sportler-Karriere bevor. Der deutsch-türkische Fußballer spielte in der deutschen U17-Nationalmannschaft. 2008 beendete er aus heiterem Himmel seine Laufbahn, um Islamist zu werden. Im Oktober starb er bei einem Luftangriff des syrischen Diktators Baschar al-Assad.
Lange Zeit verliefen die Karrieren von Burak Karan und seiner damaligen Kollegen im deutschen U17-Team parallel. Während aus Sami Khedira, Kevin-Prince Boateng oder Dennis Aogo allesamt bekannte Fußballer wurden, entschied sich der im Wuppertal geborene Karan 2008 im Alter von zwanzig Jahren zum Ausstieg aus dem Fußball-Geschäft.
Sein Bruder Mustafa bekam die Veränderungen hautnah mit: "Burak sagte mir, Geld und Karriere seien ihm nicht wichtig. Stattdessen durchsuchte er ständig das Internet nach Videos aus Kriegsgebieten. Er war verzweifelt, voller Mitleid für die Opfer", sagte er der deutschen "Bild"-Zeitung. Er habe begonnen nach Wegen zu suchen, seinen Glaubensbrüdern helfen zu können und Hilfsgüter geschickt.
Schwester: "Nur vom Dschihad gesprochen"
Schwester Zuhal sagte, er habe "nur vom Dschihad und anderem kriegerischen Zeug gesprochen." Knackpunkt war möglicherweise der Einfluss des vorbestraften Salafisten Emrah Erdogan auf Karan, der ihn statt in die Notizblöcke von Fußball-Scouts in die des Verfassungsschutzes brachte.
Am 11. Oktober starb Karan bei einem Luftangriff des syrischen Regimes auf ein Dorf in der Nähe der syrisch-türkischen Grenze. Kurz nach seinem Tod tauchte ein Video im Internet auf, das den Ex-Fußballer mit einer Kalaschnikow zeigt. Von einer Verbindung zur Al-Kaida will Bruder Mustafa aber nichts wissen, Burak habe ihm auch gesagt, nicht kämpfen zu wollen. Mustafa will nun Buraks Ehefrau und die beiden Söhne finden und nach Wuppertal bringen.