Deutscher Präsident entschuldigt sich

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff gab im Schloss Bellevue eine persönliche Erklärung ab. Nach dem Skandal um einen Privatkredit und private Urlaubsreisen des Staatschefs musste sein Sprecher gehen. Wulff selbst bat öffentlich um Entschuldigung, will aber nicht zurücktreten. Die Deutschen bat er um ihr Vertrauen.


"Mir ist klar geworden, wie irritierend die Finanzierung meines Einfamilienhauses in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde", meldete sich der Präsidetn zu Wort. "Es tut mir leid", fährt er fort und gibt zu, nicht "gradlinig" gewesen zu sein. Die Vorwürfe nehme er ernst und beantortete über 250 Fragen, um für Transparenz zu sorgen.

Doch Wulff ist sich keiner Schuld bewusst. "Ich habe niemandem einen persönlichen Vorteil gewährt. Sie haben meine Amtsfürungen nicht beeinflusst."

Pressesprecher gefeuert

Glaeseker, der für den schlechten Umgang mit der Kredit-Affäre verantwortlich gemacht wird, wurde laut dem Präsidenten vom Chef des Bundespräsidialamtes, Lothar Hagebölling, hinausgeworfen. Seinen Job übernimmt interimsmäßig Petra Diroll.

Bei sich selbst will Wulff keine personellen Konsequenzen ziehen. Sein Amt will er weiter "gewissenhaft" fortführen. Die Deutschen bittet er um ihr Vertrauen.

 

Zum Schluss der Rede dankte er seinem Sprecher für die Zusammenarbeit.

Hintergrund

Der 50-jährige Glaeseker war seit mehr als einem Jahrzehnt Wulffs Sprecher und Berater. Bis jetzt hatte er einen guten Ruf. In Berlin wird er laut Bild als "Präsidentenflüsterer" bezeichnet.

Der deutsche Präsident selbst wird wegen eines Kredits über 500.000 Euro kritisiert, den er 2008 bekommen hat. Damals war er noch Ministerpräsident von Niedersachsen. Das Geld bekam Wulff von der Eheffrau eines Unternehmers. Seit dem bekanntwerden gab Wulffs Anwalt aber zu, auch selbst mitverhandelt zu haben.

Der Spiegel deckte nun auf, dass der deutsche Präsident von der BW-Bank auch besonders günstige Konditionen bekam. Für einen Kredit zahlte er laut Berichten nur halb so hohe Zinsen wie Otto Normalverbraucher.

  Die Anti-Korrupitons-Organisation "Transparency International" forderte Aufklärung.

 
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