Arno W., der deutsche Führer der Sekte Licht-Oase, ist in Uruguay ermordet aufgefunden worden. Die deutschen Behörden hatten im Vorjahr einen Auslieferungsantrag für den 61-Jährigen und dessen Ehefrau Julie R. gestellt, weil er 1994 ein minderjähriges Mädchen mehrfach vergewaltigt haben soll.
¿Quién era Arno Wollensak, el alemán que apareció muerto en La Floresta? ?
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Die Leiche mit einem über den Kopf gestülpten Plastiksack, angelegten Handschellen und gefesselten Füßen wurde am Sonntag am Strand von La Floresta gefunden. Am Dienstag wurde der Tote als Arno W. identifiziert, wie die Zeitung "El Pais" berichtete.
Paar auf Reiterhof untergetaucht
2015 hatte Nordrhein-Westfalen die Auslieferung des früheren Sektenführers und seiner Frau, die als "Medium" der Sekte fungierte, beantragt. Das seit 2007 auf der Flucht befindliche deutsche Paar wurde im Juni 2015 auf einem durch Sektenmitglieder finanzierten Reiterhof aufgespürt und festgenommen. Die Justiz des Landes verweigerte jedoch die Auslieferung, weil das Verbrechen laut Landesrecht schon verjährt ist.
Missbrauchte Schweizerin ging an die Öffentlichkeit
Die Detmolder Staatsanwaltschaft warf ihm vor, 1994 ein 13-jähriges Mädchen, Tochter von Sektenmitgliedern, in Bayern und Portugal mehrfach vergewaltigt zu haben. Dabei handelt es sich um die Schweizerin Lea L. (36), die sich als Opfer outete. Julie R. soll Beihilfe geleistet haben.
Schweizerin: "Zwang mich zu widerlichen Sexspielen"
Der Sektenführer habe sie im Kindesalter als Sexsklavin gehalten, als ihre Eltern in die Fänge der Sekte gerieten: "Ich musste mit Reizwäsche in seinem Bett schlafen. Er zwang mich zu widerlichen Sexspielen. Und niemand wagte, mir zu helfen", berichtete sie später. 2002 flüchtete sei, trat später in TV-Shows auf und schrieb ein Buch namens "Allein gegen die Seelenfänger".
Die Sekte war in Portugal und Belize aktiv. Arno W. soll ein strenges Regiment geführt haben, immer wieder tauchten Berichte über angebliche Orgien und Sex mit Kindern auf.