Auf Grund von zuletzt deutlich vermehrt registrierten illegalen Grenzübertritten von Österreich nach Deutschland führt die bayrische Grenzpolizei nun verstärkt Kontrollen durch. Diese sollen auch als Schleierfahndungskontrollen stattfinden und schon am Freitag beginnen, heißt es.
Der bayrische Innenminister Joachim Hermann (CSU) begründete die Maßnahme am Donnerstag mit einer befürchteten erhöhten Rate an illegalen Grenzübertritten. Den Grenzschutz der EU-Außengrenzen kritisiert der CSU-Politiker als "mangelhaft" – ähnlich sahen das zuletzt auch Bundeskanzler Karl Nehammer und Innenminister Gerhard Karner. Nun rechnet Hermann vor allem über die "Westbalkanroute" mit vermehrten Einreisen nach Europa.
Mit den verstärkten Schleierfahndungskontrollen werden wir die illegale Migration und insbesondere auch die menschenverachtenden Schleusergruppen noch konsequenter bekämpfen", so Hermann. Bayern hat dieses Jahr bis August 1.650 unerlaubte Grenzübertritte im österreichischen und tschechischen Grenzraum verzeichnet.
Österreich hat bereits in der vergangenen Woche Grenzkontrollen zur Slowakei eingeführt. Karner kündigte ebenfalls am Donnerstag eine Verlängerung dieser an. Das Innenministerium befürchtete eine Verschiebung der über Tschechien Richtung Deutschland verlaufenden Schlepperoute nach Österreich, nachdem auch Prag am Mittwoch Personenkontrollen an der Grenze zur Slowakei verlängert hatte.