Energiewende in Gefahr

Deutschland scheitert am Smart-Meter-Ausbau

Die Bundesnetzagentur hat Verfahren gegen 77 Netzbetreiber eingeleitet. Hunderte verfehlen die gesetzliche Quote beim Einbau der Stromzähler.
Technik Heute
30.03.2026, 12:00
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Der Ausbau digitaler Stromzähler in Deutschland stockt weiter. Sogenannte Smart-Meter sollen die Energiewende ermöglichen, indem sie den Stromverbrauch in Echtzeit messen und Geräte wie Wärmepumpen oder E-Autos netzdienlich steuern können.

Doch viele Netzbetreiber kommen mit dem Einbau nicht nach. Die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 20 Prozent bei Pflichtfällen wurde von 488 der 813 registrierten Messstellenbetreiber Ende 2025 verfehlt.

Laut heise.de hat die Bundesnetzagentur nun 77 Verfahren gegen jene Betreiber eingeleitet, die bisher keinen einzigen Pflichteinbaufall gemeldet haben. Darunter befinden sich vor allem kleine Gemeinde- und Stadtwerke.

Große Unterschiede bei den Betreibern

"Wir stellen fest, dass viele Unternehmen die gesetzlichen Ausbauziele nicht erfüllen", erklärte Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller. Die Verhängung von Zwangsgeldern sei wahrscheinlich.

Während viele kleinere Anbieter hinterherhinken, übererfüllen andere ihr Soll deutlich. Die EON-Tochter Westnetz kommt auf eine Quote von fast 50 Prozent mit optionalen Einbaufällen. Stromnetz Berlin schafft sogar 55 Prozent bei den Pflichtfällen.

Technische Probleme bremsen Ausbau

Die Schwierigkeiten sind vielfältig. Neben dem Fachkräftemangel sorgen auch bauliche Probleme für Verzögerungen. In Kellern mit massiven Betonwänden funktioniert der Mobilfunkempfang oft nicht - dabei müssen die Smart-Meter per LTE kommunizieren.

In solchen Fällen sind teure Außenantennen nötig. Auch inkompatible Kabel zwischen den verschiedenen Bauteilen machen den Monteuren zu schaffen.

Bis Ende 2032 sollen 90 Prozent aller betroffenen Anschlüsse mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sein. Zum Vergleich: In skandinavischen Ländern liegt die Quote bereits bei nahezu 100 Prozent, in Frankreich und Italien bei über 90 Prozent. Deutschland hat mit rund 3 Millionen verbauten Geräten noch einen weiten Weg vor sich.

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