Nach der sensationellen Verpflichtung von Stürmer-Star Harry Kane sind die Münchner mit einer riesigen Euphorie in die neue Saison gestartet, erlebten aber gleich im Supercup einen Dämpfer. Bayern geriet gegen RB Leipzig unerwartet deutlich mit 0:3 unter die Räder. Seither herrscht an der Säbener Straße Alarmstufe Rot. Am Freitag (20.30 Uhr) eröffnet Deutschlands Serienmeister gegen Werder Bremen die neue Saison. Eine Reaktion muss her.
Dass es diese geben wird, glaubt Thorsten Fings allerdings nicht. Der 46-Jährige war elf Jahre lang für die Bremer und eine Saison bei den Bayern aktiv, beäugt die Münchner ganz genau. Seine schonungslose Analyse: Bayern habe "nicht erst seit diesem einen Spiel ihre Probleme", meinte Frings gegenüber "Deichstube". "Schon seit drei, vier Monaten läuft es bei ihnen einfach nicht rund." Die Werderaner hätten deshalb ihre Chancen.
Nach dem verheerenden Auftritt in der Allianz Arena nahm sich Bayern-Coach Thomas Tuchel seine Stars zur Brust und entschuldigte sich sogar bei Neuzugang Harry Kane. "Es fühlt sich an, als hätten wir vier Wochen gar nichts gemacht, als hätten wir uns gerade erst getroffen und so weitergemacht", polterte der angefressene Bayern-Coach.
Frings konnte mit diesen Aussagen aber so gar nichts anfangen. "Ich finde, man sollte als Trainer nicht seine eigene Mannschaft niedermachen. Ein Trainer sollte immer hinter seiner Mannschaft stehen. Momentan habe ich bei den Bayern nicht das Gefühl, dass wohlwollend und harmonisch miteinander umgegangen wird", so der 46-Jährige.
Der ehemalige deutsche Teamspieler betonte, dass die Bayern – nicht nur wegen Kane – viel Geld in diesem Sommer ausgegeben haben. Nun stehen alle unter Druck. "Es wirkt ein wenig wie ein Kartenhaus, das Werder am Freitag zum Einsturz bringen könnte, wenn die Entschlossenheit stimmt", ist Frings überzeugt. Ob die Bayern wirklich wanken, oder Werder nach der desaströsen Leistung im Supercup gerade recht kommt, wird sich zeigen.