Am 18. März startet die Diagonale in Graz, bei der Hilde Dalik ("Zuagroast") mit dem "Großen Diagonale Schauspielpreis" ausgezeichnet wird. Gleich danach läuft der Eröffnungsfilm "Rose" von Markus Schleinzer, der auf der Berlinale bereits für Aufsehen gesorgt hat mit Sandra Hüller in der Hauptrolle. Sie spielt eine Frau, die sich während des 30-jährigen Krieges als Mann verkleidet durchschlagen muss.
Beim heurigen Filmfestival werden bis 23. März insgesamt 149 Produktionen gezeigt – darunter 77 Österreich- oder Weltpremieren. Zu den Highlights zählen "A Russian Winter" von Patric Chiha oder "Knife in the heart of Europe" von Artem Terentev.
Das Herzstück ist aber wie immer der Wettbewerb. Heuer rittern 82 Filme um die begehrten Diagonale-Preise. Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten ist das Festival auch von der Weltpolitik betroffen. Die Intendanten Claudia Slanar und Dominik Kamalzadeh berichten, dass heuer auf iranische Regisseure und Kameraleute verzichtet werden muss, weil sie im Krisengebiet festsitzen. "Ihnen gelten unsere Gedanken", so die Festivalleitung.
Im Bereich Dokumentarfilm liegt wieder ein starker Fokus auf dem Thema Care-Arbeit. In "Mein halber Vater" von Viki Kühn kümmern sich Mutter und Tochter gemeinsam um den Vater nach dessen Schlaganfall. Beim Kurzfilm-Wettbewerb hebt Kamalzadeh "Ein Unfall" von Angelika Spangel hervor, der ebenfalls schon auf der Berlinale zu sehen war. Angelika Reitzers "Das Höhenphänomen" dreht sich um "die fragwürdige Lust, aus der Höhe runterzuspringen" – und verbindet das mit einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Für Humor sorgt "Die fruchtbare Phase endet gleich" von Fanny Rösch, wo eine Fruchtbarkeits-App ein Paar mit Kinderwunsch ordentlich in Stress bringt.
Auch innenpolitische Themen kommen nicht zu kurz. Im Film "Wahlkampf" begleitet Harald Friedl das Team und den Spitzenkandidaten der SPÖ, Andreas Babler. Slanar beschreibt den Film als "unterhaltsam und im Stil großer Politikerdokus". Außerdem verweist sie auf "Meeting Götz" – eine Doku über den rechtsextremen Publizisten Götz Kubitschek, der mit Regisseur Gregor Centner zur Schule ging.
Das Budget der Diagonale liegt laut Kamalzadeh wie im Vorjahr bei knapp zwei Millionen Euro, inklusive Sachleistungen. Ohne diese Leistungen sind es rund 1,75 Millionen Euro. Mit Preisgeldern von insgesamt mehr als 128.000 Euro sind die Diagonale-Preise die höchstdotierten Filmpreise im ganzen Land.