Kinotipp

"Hamnet": Dieses Drama brach Shakespeare das Herz

In der Verfilmung des gefeierten Romans von Maggie O’Farrell wird die Geschichte von William Shakespeares (Paul Mescal) Familie erzählt.
Anna Wallinger
21.01.2026, 06:00
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Es hallen die Schreie eines Mutterherzens immer noch nach, wenn die Szene, in der die Figur Hamnet an der Pest stirbt, über die Leinwand läuft. Der Film "Hamnet" erzählt die Geschichte von Agnes (Jessie Buckley) und William Shakespeare (Paul Mescal), die den frühen Tod ihres elfjährigen Sohnes verarbeiten müssen. Ein persönliches Drama, aus dem schließlich die Idee vom wohl größten Bühnenwerk des Dichters entstand: Hamlet.

Wie die meisten großen Liebesgeschichten beginnt alles mit kleinen Annäherungsversuchen. Im Drama verlässt man sich dabei auf die klassischen Rollenverteilungen. Er ist der Initiator, geht die Sache aktiv an, während sie zunächst die Unerreichbare spielt, sich in Passivität zeigt. Schließlich und endlich erobert der Mann, und die Frau wird erobert! Shakespeares liebster Stoff ist wohl die Ablehnung der Familien – eine Liebe, die sich allen Hierarchien und familiären Widrigkeiten widersetzt entsteht zwischen Agnes und William.

Die Pest nimmt Einzug

Komplettiert wird das Liebesglück durch die Geburt ihrer Kinder. Als ihr einziger Sohn Hamnet jedoch im Alter von elf Jahren durch die Pest ums Leben kommt, droht die große Liebe zu ersticken. Während die Mutter vergeblich versucht, ihr Kind vor dem Tod zu retten, befindet sich der Vater in der großen Stadt, um Geschäfte abzuschließen, Theater am Hof zu machen und seine Karriere voranzutreiben. Agnes fühlt sich alleingelassen, William unverstanden - Konflikte, die den unseren gar nicht so fern sind.

Mitten in dieser furchtbaren persönlichen Tragödie beginnt Shakespeare in tiefer Verzweiflung und Trauer, "Hamlet" zu schreiben, eines der großen Dramen der Literaturgeschichte. Bei der Uraufführung findet sich seine Frau im Publikum wieder. Sie versucht, das Stück trotz der unbändigen Wut in ihr anzusehen. Zunächst lehnt sie diese Art der Aufarbeitung ihres gemeinsamen Schicksals ab, bis sie versteht, dass auch William trauert: Auch er hat seinen Sohn verloren. Nur war ihr Heiler stets die Natur und seiner das Theater. Agnes reicht schließlich die Hand, lässt den Hass los und Versöhnlichkeit einziehen.

Mit "Hamnet" kehrt Oscar-Gewinnerin Chloé Zhao auf die große Leinwand zurück. Gemeinsam mit Jessie Buckley und dem Oscar-nominierten Paul Mescal, der mit seiner Rolle in "Normal People" seinen internationalen Durchbruch schaffte, verspricht der Film großen Erfolg. In der Verfilmung des gefeierten Romans von Maggie O’Farrell, die gemeinsam mit Zhao auch das Drehbuch verfasste, wird die Geschichte von William Shakespeares Familie für die großen Kinoleinwände unserer Zeit erzählt. Ab dem 22. Jänner ist der Film offiziell in Österreich zu sehen.

{title && {title} } wall, {title && {title} } Akt. 21.01.2026, 09:42, 21.01.2026, 06:00
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