Dicke Kinder erhalten zu wenig Unterstützung

Bild: Ralf Hirschberger (dpa-Zentralbild)

Psychische Leiden, Magen-Darm-Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden - nur einige der Folgeerscheinungen, die durch Übergewicht im Kindesalter verursacht werden. Experten schlagen Alarm: Anstatt sich zu bessern, wird die Situation immer dramatischer, Besserung ist keine in Sicht. Sie bekritteln vor allem die mangelnde Handlungsfähigkeit der Politik.

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist zwischen 1980 und 2013 die Zahl der übergewichtigen Kinder weltweit um mehr als 47 Prozent gestiegen. "Langzeitstudien besagen laut WHO zudem, dass Übergewicht in der Kindheit ein lebenslang erhöhtes Gesundheitsrisiko verursacht, selbst wenn im Erwachsenenalter Normalgewicht erreicht wird", so das Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE)

"Politik und Gesellschaft müssen endlich damit aufhören, Übergewicht als harmlose Erscheinung abzutun", betonte Kurt Widhalm, Präsident des ÖAIE. "Wir haben in Österreich nach wie vor keine ausgewerteten Daten zum Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen, obwohl Schulärzte jährlich Größe und Gewicht der Schüler messen", fügte er hinzu.
Broschüren und Vorträge werden als "Alibi-Aktionen" abgestempelt. "Dass solche Maßnahmen einzeln gar keinen nachhaltigen Effekt haben, ist wissenschaftlich hinlänglich bekannt." Man benötige zur Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ein abgestimmtes, verbindliches Maßnahmenpaket bis hin zu neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen wie Strafsteuern und Werbeverbote für ungesunde Nahrungsmittel.

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