Die älteste Wetteranstalt der Welt ist die modernste

Wie lassen sich aus Millionen verfügbarer Wetterdaten präzise Vorhersagen treffen? Und mit welchen Mitteln? Ein Blick hinter die Kulissen bei der ZAMG.

Es ist 8:30 Uhr, als Günther Tschabuschnig das ZAMG-Büro im 19. Wiener Gemeindebezirk betritt. Trübe Nebelschwaden zieren das Antlitz dieses Morgens. Als Herr Tschabuschnig seinen Fuß auf die Türschwelle setzt, beginnt es zu regnen – doch das dies um diese Uhrzeit passieren würde, war ihm bereits seit mehreren Tagen bewusst.



Tschabuschnig arbeitet als Chief Information Officer (CIO) bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die ZAMG wurde bereits im Jahr 1851 gegründet und ist damit die älteste Wetterstation der Welt. Tschabuschnig kümmert sich bei der traditionsreichen Institution um die höchst-präzisen Technologien, die Wettervorhersage-Modelle und umfassende statistische Zusammenhänge überhaupt erst möglich machen.

100.000 Datensätze – pro Minute

"Die ZAMG überwacht die Entwicklung von Temperatur, Strahlung und Niederschlag in ganz Österreich. Hierfür betreiben wir insgesamt 270 nationale Wetterstationen, darunter auch spezielle Stationen wie das Sonnblick-Observatorium auf 3.100 Metern Höhe in den österreichischen Alpen. Jede einzelne Wetterstation überwacht dabei laufend und besonders akribisch die Wetterentwicklung und übermittelt sämtliche Entwicklungen sekündlich an unsere Hauptzentrale in Wien", so Tschabuschnig.

"Dadurch fallen enorme Datensätze an, die es zu verarbeiten, analysieren und schlussendlich zu archivieren gilt. Auch bei unserer traditionsreichen Organisation macht der technologische Fortschritt nicht Halt." Die ZAMG ist aber nicht nur der weltweit älteste Wetterdienst, sondern zählt gleichzeitig auch zu den modernsten der Welt. Die unterschiedlichen österreichischen Wetterstationen übermitteln ihre Messungen automatisch nach Wien. Dadurch werden in die ZAMG-Zentrale im 19. Wiener Gemeindebezirk minütlich bis zu 100.000 Datensätze eingespeist, die archiviert und nachhaltig verarbeitet werden müssen.

Daten wandern in die Cloud

Um dies zu bewerkstelligen wandern die Daten nun direkt in die Microsoft Azure Cloud, wo sie universell für alle Standorte zur Verfügung stehen. Durch die anschließend stattfindende Analyse der enormen Datenmengen können wertvolle Prognosen für langfristig oder kurzfristig auftretende Wettertrends getroffen werden.

Günther Tschabuschnig, Chief Information Officer (CIO) bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). (Foto: Daniel Wellinger / Optical Ingenieurs)

"Der nächste logische Schritt war für uns der Weg in die Cloud. Die enormen Datenmengen, die bei uns minütlich anfallen und die Basis für statistische Wettervorhersage-Modelle und Zusammenhänge bilden, werden nun direkt in die Microsoft Azure Cloud migriert. Dies hat den großen Vorteil, dass alle Daten zentral an einem Ort gesammelt werden und jeder Standort direkt darauf zugreifen kann", sagt Tschabuschnig weiter aus.

"Die digitale Transformation verändert sämtliche Lebenswelten und wir sind bestrebt sie bestmöglich für uns zu nutzen. Big Data Analytics, Modulation oder Simulation begleiten uns tagtäglich und dank der Cloud können wir diese Themengebiete nun noch besser verstehen und verarbeiten." Was für uns bedeutet, dass auch wir nun noch besser wissen, ob in den kommenden Tagen die Sonne vom Himmel strahlt oder wir den Regenschirm einpacken müssen. (red)

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