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Die Costa Concordia schwimmt wieder!

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:07

Die mit Spannung erwartete letzte Phase der Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" hat begonnen. Die Techniker haben am Montag vor der Insel Giglio planmäßig angefangen, das Schiff um zunächst zwei Meter anzuheben, wie eine Sprecherin der Reederei bestätigte.

" hat begonnen. Seit Montagnachmittag schwimmt das Schiff wieder. Die Techniker hatten Montagfrüh vor der Insel Giglio planmäßig angefangen, das Schiff um zunächst zwei Meter anzuheben. Bis am Wochenende soll der ehemalige Luxusliner soweit präpariert sein, dass er nach Genua geschleppt werden kann.

Zweieinhalb Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia vor der Insel Giglio treibt der Stahlgigant wieder auf dem Wasser. Nachdem am Montag die letzten Vorbereitungen für den Abtransport des Schiffes begonnen hatten, konnte das mit der Bergung beauftragte Konsortium Titan-Micoperi einen Teilerfolg verkünden: Die Costa Concordia schwimmt wieder.

Wasser aus dem Wrack gedrückt

Das Wasser wurde mit komprimierter Luft aus den 30 Schwimmkörpern an beiden Flanken des mehr als 114.000 Tonnen schweren Kolosses gedrückt. Die Tanks trieben auf und hoben so das Schiff an. Anschließend wurde das Wrack 30 Meter aufs Meer geschleppt und dort verankert und befestigt. Der Plan, um die Costa Concordia schwimmfähig zu machen, schreite wie vorgesehen voran, versicherte Zivilschutzchef Franco Gabrielli. "Das Schiff beweist, sehr robust zu sein", erklärte Gabrielli.

In den kommenden Tagen will das internationale Team dann die letzten der 30 Schwimmkörper aus Stahl in Position bringen, bevor diese mit Luft gefüllt werden und dem Kreuzfahrtriesen so den nötigen Auftrieb für den Abtransport geben. Statt der bisher 30 Meter wird das Schiff dann einen Tiefgang von etwa 17 Metern haben. Am Dienstag oder Mittwoch sollen die Schwimmkörper abgesenkt werden, wenn das Wrack noch weiter aus dem Wasser aufgetaucht ist.

Fünf Tage bis Genua

Binnen einer Woche soll die Costa Concordia für den Abtransport bereit sein und bis nach Genua geschleppt werden. Bei einer Geschwindigkeit von knapp vier Kilometern pro Stunde braucht der Kreuzfahrtkoloss dafür circa fünf Tage. Zwei Jahre wird dann das Verschrotten des Schiffs dauern. Bis zu 80 Prozent der Materialien sollen nach Angaben der Verantwortlichen recycelt werden.

Vier Schlepper und zehn Begleitschiffe

Nach dem Aufschwimmen werden vier Schlepper und zehn Begleitschiffe das Wrack nach Genua führen. Seit mehr als zwei Jahren arbeiten die Experten an der komplizierten und risikoreichen Bergung. 500 Fachleute sind rund um die Costa Concordia im Einsatz, 120 davon sind Taucher, 50 Ingenieure. 30 Schiffe und Boote werden im Rahmen der Abschleppung eingesetzt. Engagiert sind auch zehn Biologen der Universitäten von Rom und Genua, die mögliche umweltbelastende Auswirkungen der Abschleppung auf das Meer kontrollieren werden.

Die Bergung der Costa Concordia wird eineinhalb Milliarden Euro kosten, berichtete der Geschäftsführer der Reederei Costa Crociere, Michael Thamm. Man könne die Schäden der Havarie für den Costa-Crociere-Mutterkonzern Carnival noch nicht genau berechnen. "Es gibt Kollateralschäden, die man schwer beziffern kann, sie sind jedoch beträchtlich", sagte der Geschäftsführer.

 

Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Jänner 2012 mit mehr als 4.200 Menschen an Bord vor der Insel Giglio auf Grund gelaufen, 32 Menschen starben. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 77 Österreicher auf der Costa Concordia, die sich alle retten konnten. Die Reederei Costa Crociere hat ihre Mitverantwortung eingestanden, da mehrere Angestellte des Unternehmens für die Havarie verantwortlich gemacht werden.

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