Es ist kaum vorzustellen, dass bis vor wenigen Jahren noch ein komplett schwarzes Outfit der "Fashion Week Dresscode" rund um den Globus war.
Dann kam das Internet und mit diesem so zahlreiche bunte Fashion-Vögel, die vor den Zelten ihre Federn ausbreiten, um einer Horde Streetstyle-Fotografen zu gefallen.
Dabei geht es längst nicht um Stil. Die schrillsten Outfits sind gerade einmal gut genug.
Ob man aussieht, als hätte man am Weg zum Event mit einem Motorradfahrer die Klamotten getauscht und nachher einen 1-Euro-Laden überfallen oder "Blinde Kuh" im Kleiderkasten gespielt - die Looks vieler "Showgoer" (wie sie im Fachjargon der Fashion Weeks genannt werden) sind kein Indikator für Stil.
Bereits 2016 stellt sich die britische Zeitung "The Guardian" die Frage: "Wann ist der Catwalk vor der Tür wichtiger geworden, als jener hinter der Tür?"
Des Rätsels Lösung: Fashionistas, die um die Aufmerksamkeit der Fotografen (vor der Tür) buhlen, haben meistens nicht einmal eine Einladung. Dass bei Prada womöglich nicht einmal die Hälfte, die draußen wartet, hineinkommt stört aber da nicht weiter.
Hauptsache man ist geknipst worden und landet auf dem Instagram-Channel eines beliebten Fotografen: #instafame.
Eines kann man dadurch feststellen: Je schriller der Vogel, desto weniger hat er zu sagen.
(mia )