Die Kunst im Smartphone: Werde selbst zur Medusa!

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hfa-StudioBild: Medusa als GIF

Im Kunsthistorischen Museum verzaubert seit Dienstag die Ausstellung "Caravaggio & Bernini". Die Rockstars der europäischen Kunst des 17. Jahrhunderts sind exklusiv als Emojis verfügbar.

Selbst der Papst und Politiker können sich den sozialen Medien, wie Instagram oder Facebook nicht entziehen. Dasselbe gilt natürlich auch für Museen und für die Kunst, die dort ausgestellt ist. Erstmals hat das Kunsthistorische Museum passend zur aktuellen Ausstellung von "Caravaggio & Bernini" ein eigenes Emoji-Set zu den Meisterwerken des Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) und des Bildhauers Gian Lorenzo Bernini (1598-1680) erstellen lassen.

„Caravaggio und Bernini gelten als Rockstars der Kunst und Pioniere ihrer Zeit", erklärt Kristina Königseder, aus der Presseabteilung des Kunsthistorischen Museums. „Daher war es klar, dass wir eine kleine Museums-Revolution starten mussten", ergänzt sie. Bei der umfangreichen Ausstellung, die seit 2010 vorbereitet wurde, werden erstmal in Wien siebzig Meisterwerke römischer Malerei und Skulptur in einen einzigartigen Dialog gesetzt. Die Ausstellung wird als die größte Caravaggio-Schau aller Zeiten angekündigt, die je außerhalb von Italien gezeigt wurde. Bis zum 19. Jänner 2020 können Besucher Timeslots reservieren um sich die besondere Ausstellung zu Gemüte zu führen.

Die großen Gefühle der Künstler in Emojis verwandelt

Die Ausstellung widmet sich den "Affetti", also den Gefühlen. So lautet auch der Untertitel der Sonderausstellung "Die Entdeckung der Gefühle". Die Räume sind nach Emotionen geordnet: Meraviglia & Stupore (Wunderbares & Staunen), Orrore & Terrbilità (Entsetzen & Schrecklichkeit), Amore (Liebe), Moto & Azione (Bewegung & Aktion) Vivacità (Lebendigkeit), Passione & Compassione (Leidenschaft & Mitleid), Visione (Vision), Scherzo (Scherz) & Epilog. Die Bilder werden in dunklen Räumen mit speziellen Lichtspots in Szene gesetzt um die Emotionen und die Licht- und Schattenspiele, der Künstler noch mehr zu verdeutlichen.

Caravaggios Meisterwerke als animierte Emojis

Berühmte Werke und Leihgaben werden mit der digitalen Emoji-Revolution für alle Blogger, Instagramer und Facebook-Junkys zum wahren Erlebnis. Der Kopf der Medusa von Gian Lorenzo Bernini, eine der zentralen Leihgaben der römischen kapitolinischen Museen (1638-1640) im KHM, wurde in Kooperation mit der Wiener Designeragentur hfa-studio zu einem animierten GIF. Die in Schlangen verwandelten Haare der Sagengestalt Medusa, die die Fähigkeit besaß mit ihrem Blick Menschen zu versteinern, kann man sich nun selbst aufsetzen. Dafür muss man lediglich im Story-Modus "barockstars" suchen.

Auch Caravaggios Meisterwerk "Knabe, der von einer Eidechse gebissen wurde" ist als GIF im sozialen Dschungel verewigt worden. Das GIF besteht hier aus der Hand und der kleinen Eidechse, die in einen Finger beißt. Der Blick des Knabens, der nichtsahnend nach den Kirschen greift, von der Eidechse überrascht wird und so schrecklich erschrocken von Caravaggio in diesem Moment verewigt wurde, bleibt dem User selbst überlassen nachzuahmen.

Ein Bild für unsere Gesellschaft - auch und vor allem in Zeiten der sozialen Netzwerke - ist wahrscheinlich der Narziss (1600) von Michelangelo Merisi de Caravaggio. Die Leihgabe aus dem römischen Palazzo Barberini zeigt den jungen Narziss, der alle Annäherungsversuche zurückwies und daher von der Göttin Nemesis verdammt wurde, für alle Zeiten in sein Spiegelbild verliebt zu sein.

"David mit dem Haupt Goliaths" ist ein weiteres im Kunsthistorischen Museum ausgestellte Meisterwerk von Caravaggio. Es fasst die biblische Erzählung vom Kampf des David gegen den riesigen Philisterfeldherren Goliath zusammen. David hält den abgetrennten Kopf des Goliaths in der Hand. Die Mimik von Goliath zeigt den letzten Todesschrei, während David sein Schwert auf seine Schultern ablegt. Das Emoji dazu ist ein Emoji-Kopf, dessen Augen zwei X sind und damit in der heutigen "Smile" Sprache den Tod symbolisieren.

Insgesamt gibt es acht GIFs (Grafikaustausch-Format) im Storymodus von Facebook und Instagram, die es unter dem Stichwort #barockstars zu entdecken gibt. Wer die Ausstellung dazu besuchen will, kann dies bis zum 19. Jänner 2020 tun.

Öffnungszeiten:

Mo, Di, Mi, Fr 9-18 Uhr

Do, Sa, So 9-21 Uhr

Die Buchung eines fixen Zeitfensters ist, wie bereits bei der großen Schau von Bruegel, erforderlich.

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