Die Lunge! Aber am 25.12. will Kardinal zurück sein

Jetzt braucht er unsere Gebete: Wiens Erzbischof Christoph Schönborn benötigt nach seiner Krebsoperation vom Frühjahr erneut stationäre Behandlung.

Er ist Gottes fleißigster Diener – bis zur Selbstaufgabe: Christoph Schönborn, am Ende des 75. Lebensjahres stehend und nach einer Krebsoperation noch immer rekonvaleszent, klagte das ganze Wochenende über Unwohlsein.

Trotz seiner Beschwerden sagte er den Hirtendienst am Wochenende aber nicht ab und schleppte sich Montagabend sogar noch ins ORF-Zentrum auf den Wiener Küniglberg. Dort wurde das 50. Jubiläum des Religionsmagazins „Orientierung" gefeiert – im Beisein hoher geistlicher Vertreter diverser Religionsgemeinschaften. Schönborn hatte schon lange zugesagt – und ließ sich bei der Veranstaltung auch nichts anmerken. Er spendete salbungsvolle Worte am ersten Adventsonnta, posierte gewohnt geduldig für Fotos und sagte: " Ich bin dankbar, dass es in Österreich eine solche Sendung gibt, die ihren festen Platz im Sendeschema des ORF hat."

Nach Veranstaltung schwanden Kräfte

Danach schwanden die Kräfte des Kardinals allerdings rapide – er dürfte sich mit seinem ambitionierten Pensum schlichtweg übernommen haben. Doch Schönborns Chauffeur reagierte geistesgegenwärtig und brachte ihn – trotz Widerrede – sofort ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Eine weise Entscheidung: In dem Ordensspital in der Leopoldstadt diagnostizierten die Ärzte eine äußerst ernst zu nehmende Erkrankung an der Lunge und verordneten Schönborn strengste Bettruhe.

Schönborn: "Es sieht so aus, als sei der Krebs besiegt. Ich stelle jetzt einfach fest, dass ich in meinem realen Alter angekommen bin."

Das Team des Kardinals beruhigt Montagnachmittag aber bereits: „Seine Erkrankung steht nicht im Zusammenhang mit dem im Frühling operierten Krebs. Kardinal Schönborn ist bereits auf dem Weg der Besserung, muss sich aber schonen und kann daher bis Weihnachten keine Termine wahrnehmen."

Schönborn will Hochamt am Christtag lesen

Erst kürzlich hatte Kardinal Schönborn zu seiner Prostata-Erkrankung Stellung genommen und im Interview für die Zeitschrift "Herder Korrespondenz" erklärt: "Es sieht so aus, als sei der Krebs besiegt." Die Rekonvaleszenz schreite gut voran, "auch wenn sie länger dauert, als ich gedacht hätte". Er "stelle jetzt einfach fest, dass ich in meinem realen Alter angekommen bin. Das ist auch eine schöne Erfahrung - ich gehöre zu denen, die mit 75 nicht mehr jung sein wollen", sagte Schönborn. Durch seine Erkrankung und die Heilung sei ihm das Privileg physisch und seelisch sehr bewusst geworden, "das sein zu dürfen, was man wirklich ist, wenn man 75 ist: alt".

Aus diesem Grund – und wegen seiner angegriffenen Gesundheit – hatte Schönborn vergangenen Monat angekündigt, den Papst um Emeritierung gebeten zu haben. Ob der Heilige Vater das Rücktrittsgesuch annehmen wird (und wer Schönborn in Wien nachfolgen soll) ist allerdings noch nicht bekannt.

Fakt ist allerdings: Christoph Kardinal Schönborn spricht bereits davon, das Hochamt am Christtag im Wiener Stephansdom unbedingt selbst zelebrieren zu wollen.

Er ist eben Gottes fleißigster Diener …

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