Szene

ORF-Star muss in der Ukraine in den Keller flüchten

Nicht weit weg vor unserer Haustüre herrscht seit Februar Krieg. Doch wie geht der Alltag der Menschen in der Ukraine weiter?
Magdalena Zimmermann
10.05.2022, 15:18

Lisa Gadenstätter hat sich für die neue Folge von "Dok 1: Ukraine - Leben im Krieg", die heute auf Orf1 um 20.15 Uhr zu sehen sein wird, über die polnische Grenze in die Ukrainebegeben. Der Alltag im vermeintlich sicheren Lemberg (Lwiw), ist schwer vom Krieg gezeichnet und die Menschen dort auch. Sich mehrmals am Tag in Luftschutzbunkern zu verstecken, gehört hier zur traurigen Realität der 700.000 Einwohner der Stadt.

„"Es gab dort an jedem Tag Luftalarm, damit hatte ich nicht gerechnet."“

"Es gab dort an jedem Tag Luftalarm, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich habe mich schon sicher gefühlt. Erschreckenderweise gewöhnt man sich recht schnell an diese Luftalarme. Wir sind dann immer an einen sicheren Ort gegangen und haben abgewartet, bis er wieder Entwarnung gegeben hat. Nur am letzten Tag haben die Raketen dann auch wirklich eingeschlagen“, erzählt die Journalistin Lisa Gadenstätter im Interview mit "Heute". Am letzten Tag ihres Ukraine-Besuchs haben fünf Raketen Lemberg (Lwiw) getroffen und dabei sind sieben Menschen ums Leben gekommen.

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 Eine der Raketen hat in dieses Haus eingeschlagen. 
(c) ORF

Die Stadt Lemberg (Lwiw), in der sich die ORF-Journalistin aufgehalten hat, zählt eigentlich zu den vermeintlich sicheren Orten in der Ukraine. Die Bewohner versuchen ihre Metropole, die noch vor einigen Monaten voll mit Leben, Kunst und Kultur war, irgendwie aufrechtzuerhalten.

So werden auch die Ballettproben an der Oper weitergeführt - und wenn es sein muss auch im Keller. "Wir waren bei einem Luftalarm gerade in der Oper und haben dort gedreht. Von einer Sekunde auf die andere wurde dann alle Proben unterbrochen und das gesamte Ensemble wurde mit uns in den Keller der Oper geführt. Und dann fängt unten ein ganz eigener Alltag an und die Balletttänzer beginnen sich zu dehnen“, erzählt Lisa Gadenstätter.

„"Man sieht da Menschen auf der Straße, die plötzlich zum Weinen anfangen und von anderen umarmt werden. Man sieht verbarrikadierte Kirchen, man sieht schwer bewaffnete Soldaten."“

Die Menschen in der Stadt, versuchen abseits von den Luftalarmen eine gewisse Art der Normalität aufrechtzuerhalten, um in der Brutalität des Krieges nicht unterzugehen. "Die Menschen sitzen in Cafés, sie gehen einkaufen und es ist ein normales Leben. Aber der Krieg ist irgendwie auch immer da. Man sieht da Menschen auf der Straße, die plötzlich zum Weinen anfangen und von anderen umarmt werden. Man sieht verbarrikadierte Kirchen, man sieht schwer bewaffnete Soldaten. Es gibt diese Dinge, die den Alltag dort immer wieder durchbrechen", erzählt die Journalistin von ihren Eindrücken in der ukrainischen Stadt. 

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