Die Pandemie ist noch nicht besiegt, warnt Expertin

Seit 19. Mai ist in Österreich fast alles wieder erlaubt.
Seit 19. Mai ist in Österreich fast alles wieder erlaubt.Guo Chen Xinhua / Eyevine / picturedesk.com
Restaurants, Fitnesscenter, Hotels - Österreich hat die ersten Öffnungsschritte gewagt. Ein Fehler? Schlittern wir dem nächsten Lockdown entgegen?

Der Lockdown ist vorbei. Seit 19. Mai ist in Österreich wieder alles möglich - zumindest fast. Lokale, Fitnesscenter und Hotels dürfen wieder Gäste empfangen. Das Leben kehrt zurück in die Alpenrepublik. Aber haben wir die Coronavirus-Pandemie wirklich besiegt? Oder nehmen wir mit der Öffnung direkt Kurs auf den nächsten Lockdown? 

"Die Durchimpfungsrate von 30 Prozent ist noch weit weg von einer Herdenimmunität."

"Die Infektionszahlen sind rückläufig. Die Durchimpfungsrate steigt schnell an, der Frühling und der Sommer kommen - das sind schon gute Bedingungen für eine Öffnung", sagt Dr. Barbara Nußbaumer-Streit, Leiterin des Zentrum Cochrane Österreich an der Donau Uni Krems. Zwar sei man mit einer Durchimpfungsrate von 30 Prozent noch weit weg von einer Herdenimmunität, "aber die aktuellen Zahlen ermöglichen aus meiner Sicht schon eine Öffnung".

Dr. Barbara Nußbaumer-Streit, Leiterin des Zentrum Cochrane Österreich an der Donau Uni Krems und Expertin für evidenzbasierte Medizin
Dr. Barbara Nußbaumer-Streit, Leiterin des Zentrum Cochrane Österreich an der Donau Uni Krems und Expertin für evidenzbasierte MedizinDonauuniversität Krems

Man dürfe auch nicht vergessen, dass ein langer Lockdown viele Nebenwirkungen mit sich bringe "und nur die letzte Wahl einer Maßnahme sein sollte, um einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern", erklärt die Expertin für evidenzbasierte Medizin.

Müssen auf den Herbst vorbereiten

Doch gehe sie davon aus, dass die Zahlen vorerst ansteigen werden. Das würde allerdings weniger am Infektionsgeschehen liegen und mehr an den Zugangstests. Aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen, zu denen auch Abstandsregeln und die Maskenpflicht gehören, glaub sie dennoch, "dass es so schnell keine neue Welle gibt."

Es sei aber wichtig, das Infektionsgeschehen genau zu beobachten und sich auf den Herbst vorzubereiten. Das bedeutet für Nußbaumer-Streit ausreichend Impfungen zum Auffrischen, funktionierendes Contact Tracing, schnelle lokal begrenzte Maßnahmen bei lokalen Ausbrüchen, beispielsweise mit neuen Mutationen.

"Eine hohe Durchimpfungsrate wird uns helfen die Pandemie zu besiegen. Wann dies der Fall sein wird, ist schwer zu sagen. Den Herbst würde ich für diese Einschätzung noch abwarten."

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