Feministin Jäger: "Der Bann ist gebrochen"

"Heute.at" sprach mit Lena Jäger, der Projektleiterin des Frauenvolksbegehrens, über Österreichs erste Bundeskanzlerin.
"Heute.at": Frau Jäger, erstmals wird mit Brigitte Bierlein eine Frau die Geschicke der österreichischen Politik leiten. Was ist Ihre erste Reaktion?

Lena Jäger: Grundsätzlich freut es mich, dass Österreich erstmals eine Bundeskanzlerin hat und der Bann gebrochen ist. Ich denke es braucht weibliche Vorbilder.

Hätten Sie sich andere Umstände für die erste Kanzlerin gewünscht?

Es wäre mir lieber gewesen, wenn die erste Bundeskanzlerin demokratisch gewählt worden wäre. Aber wir vom Frauenvolksbegehren haben auch immer klar gesagt: "Es ist Zeit für eine Bundeskanzlerin!"

"Man ist bei Frauen vier- bis fünfmal so streng"


Es gibt Stimmen, die sagen, dass nun eine Frau das reparieren muss, was Männer zerstört haben. Stimmen Sie dem zu?

Ja! Das kann ich absolut bestätigen. Man legt bei Frauen in der Politik generell andere Maßstäbe an und ist vier- bis fünfmal so streng. Es ist vor allen Dingen dann, wenn es schiefgeht, leicht zu sagen, dass es die Schuld der Frau war. Das sieht man ja derzeit auch ganz gut bei Rendi-Wagner und der SPÖ.

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"Frauen sind diplomatischer, hören besser zu"


Regiert eine Frau Ihrer Ansicht nach anders als ein Mann?

Das denke ich schon. Männer preschen vor und sind dominant. Frauen sind diplomatischer, hören besser zu und halten sich zurück.

Was erwarten Sie von Brigitte Bierlein?

Ich erwarte mir von ihr, dass sie für eine stabile Übergangszeit sorgt. Ich hoffe, dass sie im Parlament einen diplomatischen Ton etablieren kann. Ich erwarte mir eine sachliche Führung und Deeskalation anstelle von Eskalation. Davon hatten wir in den letzten Monaten genug.



Lena Jäger ist Projektleiterin des Frauenvolksbegehrens. (Bild: Picturedesk)



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