Die Xbox hat jetzt ein eigenes "Overwatch"

"Bleeding Edge" heißt das neueste Exklusiv-Game für Xbox One und PC. Das Fundament ist solide, aber ausbaufähig.
Seit dem durchschlagenden Erfolg von Blizzards "Overwatch" versuchen sich so gut wie alle großen Hersteller an eigenen Interpretationen von Team-Arena-Shootern, auf dem PC gibt es auch noch seit langer Zeit die Moba-Variante "League of Legends". Der neueste Remix diverser Elemente aus dem Genre kommt nun vom Studio Ninja Theory, das seit 2018 zu Microsoft gehört und sich in der Vergangenheit mit dem psychologischen Action-Adventure "Hellblade: Senua's Sacrifice" sowie dem Hack-and-Slash "DmC: Devil May Cry" einen Namen gemacht hat. Dem neuen Eigentümer entsprechend ist der neueste Streich "Bleeding Edge" nur für Xbox One und Windows 10 erhältlich.

Die Entwickler mischen in diesem "4v4-Brawler", wie sie das Game nennen, eine Reihe verschiedener Konzepte. Klar, Teams, die gegeneinander kämpfen, sind altbekannt, statt aber wie viele andere Arena-Shooter auf Ballerei zu setzen, greift Ninja Theory auf ein Hack-and-Slash-Kampfsystem zurück. Noch dazu kann man die Kämpfer stetig weiter aufrüsten und die Strategie verfeinern.

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CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Nur elf Charaktere

In den Matches selbst belohnt das Game präzise Positionierung in den Arenen, genaues Timing und Geschick. Es fühlt sich mit etwas Übung toll an, den Gegnern reihenweise Kombos um die Ohren zu schlagen. Wie "Overwatch", nur eben mir mehr Nahkampf und Kontermöglichkeiten. Teilweise dürfte sich das Game Inspiration bei klassischen Fighting-Titeln geholt haben.

Und genau wie im bereits erwähnten Blizzard-Shooter haben die elf verfügbaren Charaktere (jeweils eine Standard- sowie drei Spezial- und eine ultimative Attacke) immens viel Personalität. Das Grundthema ist die Symbiose aus Mensch und Maschine – nur eben auf eine eher alberne Art und Weise. Da wäre etwa Buttercup, eine Bikerin, die fast ein menschliches Motorrad ist oder Kulev, ein uralter Wissenschaftler, der sein Bewusstsein in eine Roboter-Schlange eingepflanzt hat, die seinen mittlerweile zum Zombie gewordenen Körper bewegt.

Die meisten Charaktere sind Nahkämpfer, einige Fernkämpfer bilden die Ausnahme. Mit diesen muss man das Spiel sehr gut beherrschen, denn das gesamte Gameplay scheint nicht ganz auf sie ausgelegt zu sein. Das Problem: Je weiter man von den Gegnern entfernt steht, desto weniger trifft man sie. Kommt man den Nahkämpfern aber zu nahe, machen sie einen platt.

Zwei Spielmodi

Derzeit bietet "Bleeding Edge" zwei Spielmodi. In "Zielkontrolle" müssen beide Teams verschieden Punkte auf der Map kontrollieren, wofür es Punkte gibt. Hinzu kommt, dass ein Kill dem eigenen Team 10 Punkte bringt. Wer zuerst gemeinsam 600 Punkte erreicht, gewinnt. Der zweite Spielmodus trägt den Namen "Energiesammlung" und ist in zwei Phasen unterteilt. In der ersten müssen Energiecontainer zerstört und die darin enthaltenen Energiezellen eingesammelt werden. In Phase zwei zählt dann, welches Team mehr Zellen an einem Sammelpunkt abliefert. Wird man von einem Gegner getroffen, verliert man seine Zellen.

Dank Xbox Play Anywhere unterstützt "Bleeding Edge" übrigens Cross Play und Cross Save. Du hast sowohl auf Xbox One als auch Windows 10 sowie Steam jederzeit vollen Zugriff auf den Account. Alle, die in der geschlossenen Beta gespielt haben, behalten ihren Spielfortschritt.



Fazit

"Bleeding Edge" kommt wahrscheinlich ein paar Jahre zu spät. Das Game macht durchaus Spaß und ist optisch ansprechend, liefert aber (noch) zu wenig Inhalt, um mit den großen Genre-Platzhirschen rund um "Overwatch" mithalten zu können. Hoffentlich wird der Umfang in den kommenden Monaten noch ordentlich aufgestockt – die Basis ist grundsolide.

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