Polyester war jahrzehntelang das Standard-Material für Sportbekleidung: günstig, formstabil, schweißableitend. Doch die Nachteile sind bekannt: Mikroplastik beim Waschen, Abhängigkeit von Erdöl und unangenehme Geruchsbildung.
Immer mehr Sportmarken setzen deshalb auf nachhaltige Alternativen – und die funktionieren beim Training überraschend gut.
TENCEL Lyocell vom österreichischen Hersteller Lenzing führt die Liste an, wie Women"s Health berichtet. Die Faser entsteht aus dem Zellstoff schnell wachsender Eukalyptusbäume. Das Produktionsverfahren läuft in einem geschlossenen Kreislauf, bei dem mehr als 99 Prozent des Lösungsmittels zurückgewonnen werden.
Die Geheimwaffe von TENCEL beim Sport: Feine Kanäle zwischen den Zellulosefibrillen ziehen Feuchtigkeit ins Innere der Faser, statt sie auf der Oberfläche zu halten. Das Ergebnis ist weniger Klammheit und kaum Geruchsbildung.
Noch ungewöhnlicher ist SeaCell: Auch das ist eine Lyocell-Faser, in die fein vermahlene Braunalgen aus isländischen Fjorden eingearbeitet sind. Die enthaltenen Mineralstoffe und Aminosäuren sollen durch Hautfeuchtigkeit aktiviert werden.
Egal, wie nachhaltig der Hauptstoff ist – eine Sportleggings braucht Stretch. Klassisches Elastan macht zwar nur 5 bis 20 Prozent aus, verhindert aber das Recycling des gesamten Kleidungsstücks. Neue Entwicklungen wie ROICA V550 schaffen Abhilfe: Diese recycelten Elastan-Varianten sind partiell abbaubar.
Bei der Pflege gilt: 30 Grad im Schonwaschgang, keinen Weichspüler, an der Luft trocknen. Dank der natürlichen Geruchshemmung reicht es oft, die Kleidung nach moderatem Training nur auszulüften.