Diese Abgeordneten cashen im Nebenjob am meisten ab

Die österreichischen Nationalratsabgeordneten haben rund 260 bezahlte Nebenjobs gemeldet. 
Die österreichischen Nationalratsabgeordneten haben rund 260 bezahlte Nebenjobs gemeldet. ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Die jährlich vom Parlament veröffentlichte Transparenzliste weist die Spitzenverdiener unter den Abgeordneten aus. Auch hier gibt es einen Gender Gap.

Die österreichischen Nationalratsabgeordneten haben rund 260 bezahlte Nebenjobs gemeldet. Das geht aus der am Sonntag veröffentlichten Transparenzliste des Parlaments hervor. Es gibt elf Spitzenverdiener mit mehr als 10.000 Euro Einkommen im Monat - allerdings sind darunter nur zwei Frauen.

Deutliche Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen

Abgeordnete erhalten 9.228 Euro pro Monat vom Staat. Wer weitere bezahlte Jobs ausübt, muss das melden. Meldepflichtig sind auch leitende ehrenamtliche Funktionen. Die genaue Höhe der Zusatzeinkommen ist zwar nicht öffentlich. Allerdings wird einmal jährlich die Gesamtsumme annäherungsweise (in fünf Kategorien) offengelegt.

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Am oberen Ende der Einkommensskala sitzen 24 Abgeordnete mit mehr als 7.000 bzw. 10.000 Euro Monatsbrutto zusätzlich, davon nur vier weibliche. Frauen sind hier also deutlich unterrepräsentiert. Denn während der Frauenanteil im gesamten Parlament bei 40 Prozent liegt, beträgt der in den beiden höchsten Einkommenskategorien nur 17 Prozent.

Das sind die Spitzenverdiener

Die einzigen Frauen in dieser Runde sind die Unternehmerin und Wirtschaftskammer-Funktionärin Rebecca Kirchbaumer bei der ÖVP und Karin Doppelbauer (Neos), Managerin beim US-Computerkonzern Dell in Bratislava. Alle anderen Spitzenverdiener sind Männer. Die ÖVP hat vier in ihren Reihen: die Unternehmer Martin Engelberg und Peter Haubner, der Arzt Werner Saxinger sowie Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf.

Bei der FPÖ sind es vier Freiberufler: der Steuerberater Hubert Fuchs, der Apotheker Gerhard Kaniak, der Anwalt Christian Ragger und der Notar Harald Stefan. Bei den Neos fällt der Hotelier und scheidende Abgeordnete Josef Schellhorn unter die Topverdiener.

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In die Einkommenskategorie über 7.000 Euro brutto fallen unter anderen die Parteimanager Alexander Melchior (ÖVP) und Michael Schnedlitz (FPÖ) sowie bei der SPÖ die – allesamt männlichen – Spitzengewerkschafter Rainer Wimmer, Josef Muchitsch, Alois Stöger und Rudolf Silvan. Drei erst 2021 nachgerückte Abgeordnete mussten für das Vorjahr noch keine Einkommenskategorie melden.

58 Prozent haben gar keinen Nebenverdienst

Dass ein Abgeordneter wirklich keinerlei Nebentätigkeiten ausübt, ist eine Seltenheit. Denn zumindest leitende ehrenamtliche Funktionen übernehmen praktisch alle. Hier ist der Frauenanteil mit 58 Prozent ausgewiesen hoch. Zu diesen 43 hauptberuflichen Mandataren gehören allerdings auch die Klubobleute der fünf Parlamentsparteien sowie die drei Nationalratspräsidenten, die deutlich mehr verdienen als normale Abgeordnete, dafür aber mit einem Berufsverbot belegt sind. Auch Regierungsmitgliedern sind Nebenjobs untersagt.

Weitere 33 Abgeordnete haben mit ihrer Nebentätigkeit weniger als 1.000 Euro brutto pro Monat verdient (Kategorie 1). Hier liegt der Frauenanteil bei 42 Prozent. Weitere 42 Abgeordnete verdienen zwischen 1.001 und 3.500 Euro (Kategorie 2), davon 52 Prozent Frauen. Und 38 Mandatare verdienen zwischen 3.501 und 7.000 Euro (Kategorie 3). Hier liegt der Frauenanteil nur noch bei 16 Prozent.

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