Diese Corona-Regeln gelten jetzt für Wanderer

Naturerlebnis, Ruhe und Bewegung an frischer Höhenluft: Bei Bergfexen ist die Vorfreude durch den späten Start in die Wandersaison schon riesig.

Wie Wandern in Zeiten von Corona erfolgen kann, darüber haben sich Experten des Österreichischen Alpenvereins und der Naturfreunde in Zusammenarbeit mit dem Verband alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) intensiv Gedanken gemacht: Gemeinsam wurden Leitlinien erarbeitet, die altvertraute Sicherheitsvorkehrungen um zumutbare Maßnahmen erweitern, um so das Infektionsrisiko bei gemeinsamen Unternehmungen zu minimieren.

Risikobereitschaft zurücknehmen

Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit sind die meisten Unfälle in den Bergen auf Erschöpfung und körperliche Überforderung zurückzuführen. Vor jeder Bergtour die persönliche Verfassung und das spezifische Können überprüfen. Die eigenen Kräfte und die der Begleiter richtig einschätzen. Danach richtet sich die Länge/Schwierigkeit der Tour. Trainieren sollte man besser vor und nicht während der Bergtour. Bei alpinen Unternehmungen deutlich unterhalb der persönlichen Leistungsgrenze bleiben. Bedenke die coronabedingten Risiken und Erschwernisse bei Rettungseinsätzen, sowie die zusätzliche Belastung der Spitäler. Mehr denn je gilt: Nur gesund in die Berge!

Richtige Tourenplanung

Alle möglichen Informationen aus Karten, Tourenführern, Tourenberichten im Internet, Wetterinformationen usw. über die geplante Route einholen. Grundsätzlich auf dem geplanten Weg bleiben. Laufend das Umfeld beobachten und das Verhalten anpassen. Ein Angehöriger, der Quartiergeber im Urlaub, der Hüttenwirt, Freunde etc. sollten wissen, welche Tour man plant und wann man spätestens wieder zurück sein möchte. Wer mit Kindern unterwegs ist: Bitte berücksichtigen, dass sie für eine Wegstrecke etwa doppelt so lange brauchen wie Erwachsene – das Tempo orientiert sich stets am schwächsten Mitglied einer Gruppe.

Richtige Ausrüstung: MNS-Maske nicht vergessen

Neben der allgemeinen Notfallausrüstung gehören Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel für die nächste Zeit in den Rucksack. Die weitere Ausrüstung sorgfältig nach Jahreszeit, Dauer, Art und Schwierigkeit der Tour zusammenstellen. Orientierungsmittel und Notfallausrüstung wie Rucksackapotheke, Handy mit vollem Akku, akustische/optische Signalmittel sowie Regenschutz und Taschenlampe immer dabei haben. Handschuhe, Haube und Schal gehören im alpinen Gelände immer ins Gepäck – auch im Sommer kann Unterkühlung zu Leistungsverlust mit völliger Erschöpfung führen. Wer in Bergnot gerät, kann in die Lage kommen, im Freien übernachten zu müssen. Nächte am Berg können auch im Sommer eiskalt werden.

„Die beste Ausrüstung ist nutzlos, wenn sich der Mensch unbedacht in Gefahr begibt. Selbstüberschätzung wird hierbei immer mehr zum Thema. Viele Bergsportler glauben einfach, alles ist machbar. In den Bergen gilt aber: Sicherheit geht vor!“ (Peter Habeler, Bergsteiger-Legende und Mount-Everest-Gipfelstürmer)

Richtige Verpflegung

Ausreichend Getränke (Wasser, ev. isotonische Getränke) und energiereiche Nahrung (Nüsse, Müsliriegel) mitnehmen. Vor der Tour in Ruhe, aber nicht zu schwer,  frühstücken. Regelmäßig Verpflegungspausen einlegen und vor allem ausreichend trinken, aber keinen Alkohol! Alkohol macht müde, die Trittsicherheit schwindet. Außerdem macht er leichtsinnig – die Unfallgefahr steigt. Ein unüberlegter Fehltritt kann mitunter tödlich enden.

Risiko minimieren

Stark frequentierte Wege oder besonders beliebte Ausflugsziele, an denen Menschenmassen zu erwarten sind, sollte man derzeit besser meiden. Das bedeutet allerdings nicht, ins freie Gelände auszuweichen: Abseits gekennzeichneter Wege passieren nämlich die meisten Bergunfälle.

Die Schutzhütten in Österreich dürfen – so wie die Restaurants - ab 15.Mai für die Tagesgäste aufsperren und pro Tisch 4 Erwachsene (und die dazugehörigen minderjährigen Kinder) verköstigen (indoor und outdoor). Das Personal ist verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen (nicht in der Küche), die Gäste nur in der Hütte und auch dort nicht am Tisch.

Gruppengröße

Grundsätzlich gilt für die Sicherheit am Berg, möglichst nicht alleine auf eine Tour zu gehen. Derzeit ist mit zehn Personen eine Obergrenze für Gruppen vorgegeben. Ohnehin sind vier bis sechs Personen für eine Gruppe beim Bergwandern ideal.

Abstand halten: mindestens 2 Meter

Wie im Alltag gilt derzeit auch am Berg: Abstand halten. Und zwar zwei Meter, also etwas mehr als zwei Armlängen bei einem Erwachsenen. Kann man den Abstand nicht einhalten, Mund-Nasen-Schutz aufsetzen. Andere Bergsportaktivitäten erfordern größere Abstände: zum Beispiel beim Mountainbiken fünf Meter bergauf, 20 bergab und zwei seitlich beim Überholen.

Richtige Reaktion bei Notfällen

Im Notfall den Bergrettungsnotruf 140 (Vorarlberg: 144) wählen. Unfallgeschehen und Ort möglichst genau schildern (wer, was, wo, wie, wie viele, wann?). Immer Ruhe bewahren, den Anweisungen am Telefon genau folgen und am Unfallort warten, bis Hilfe eintrifft. Sparsam telefonieren, damit der Akku lange reicht. Eventuell einen Ersatzakku oder, wenn es das Gepäck ermöglicht, eine Powerbank mitführen. Einen Verletzten grundsätzlich nie alleine lassen. Das alpine Notsignal anwenden (z.B. bei unklaren Ortsangaben). Dieses besteht aus einem optischen und/oder akustischen Signal, das sechs Mal innerhalb einer Minute abgesetzt wird. Es soll nach einer Minute Pause in gleicher Folge wiederholt werden. Die Antwort auf ein solches Signal wird mit drei Zeichen pro Minute gegeben und ebenfalls nach einer Minute Pause wiederholt. Dadurch kann dem Alarmierenden bestätigt werden, dass sein Notsignal empfangen wurde.

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