Polizei warnt vor Bergtouren während Coronakrise

In den letzten Wochen häuft sich die Anzahl an Bergtouren, die schiefgehen. Die Einsatzkräfte stehen vor großen Herausforderungen.

Bis Ende des Monats gelten noch die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Das heißt: um Bewegung zu machen, darf man das Haus zwar verlassen - extremer Sport, wie Bergtouren, sollte aber vermieden werden. Der steirische Bergrettungsdienst appelliert daher an alle Bergsportler: "Bleibt bitte zuhause!"

Entsprechende Ausrüstung fehlt

"Bei der schönen Wetterlage treibt es die Leute klarerweise auf den Berg", sagt Fritz Grundnig von der Polizei Steiermark. Doch viele würden dabei die winterlichen Bedingungen im Gebirge nicht beachten, mancherorts liege noch Schnee. Die entsprechende Ausrüstung würde jedoch oftmals fehlen, "und auch die eigene Leistungsfähigkeit nach der Winterpause wird unterschätzt", so Grundnig zur "Kleinen Zeitung". Er mahnt daher zurzeit zur "nötigen Vorsicht", auch weil aufgrund der Corona-Krise die Alpinpolizei und die Bergrettung derzeit unter besonderen Schutzvorkehrungen arbeiten müssen.

Erst heute Sonntag wurde ein 44-jähriger Grazer beim Karlhochkogel (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) tot von Einsatzkräften geborgen ("Heute" hat berichtet). Letzte Woche wurde ein 18-Jähriger bei Kitzbühel (Tirol) erst nach intensiver Suche von der Bergrettung und den Alpinpolizisten gefunden. Am Samstagnachmittag musste ein Paar vom Reißkofelgipfel (Kärnten) aufgrund von Erschöpfung und Angstzuständen mit einem Hubschrauber geborgen werden.

25.000 Euro kostet Rettungseinsatz

Ende März lösten zwei Skitouren-Geher (63 und 35) beim Aufstieg auf der Nordseite des Eisenerzer Reichensteins eine rund 30 Meter breite und etwa 250 Meter lange trockene Schneebrettlawine aus, wobei beide Männer erfasst und über felsiges Gelände mitgerissen wurden. Beide erlitten schwere Verletzungen.

Darüber hinaus kann ein Rettungseinsatz teuer zu stehen kommen. Im Schnitt kostet ein Einsatz pro Helikopter zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Der Rettungseinsatz am Eisenerzer Reichenstein wird wahrscheinlich 25.000 Euro kosten. Die Polizei überprüft auch, ob man sich leichtsinnig in Gefahr begeben hat.

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