Diese Fehler bereut Jetzt-Chef Peter Pilz

Der streitbare Politiker war am Sonntag zu Gast in der Radioreihe "Frühstück bei mir". Mit Claudia Stöckl (Ö3) sprach er auch über politische Fehler.
Das ö3-Sommergespräch mit Peter Pilz (Jetzt) führte Moderatorin Claudia Stöckl in ein Bergbauernhaus in St. Katharein an der Laming. Am Zweitwohnsitz parlierte Pilz über Fehler in der Vergangenheit, sein Verhältnis zu Werner Kogler und zu den "Metoo"-Vorwürfen gegen seine Person.

Als Grund für das "Scheitern" seiner Liste Jetzt – zahlreiche Abgeordnete sprangen vor der Neuwahl ab – nannte Pilz, dass seine Vorschläge aus 2017 in der Praxis "einfach nicht funktioniert haben."

"Mach's ohne Partei – funktioniert nicht. Mach's ohne die hunderten Aktivisten – funktioniert nicht. Wir haben gesagt, wir brauchen kein gemeinsames Programm – stimmt nicht." Das zweite Projekt der Liste Jetzt schaue ganz anders aus.

Dieses Mal wird alles anders



CommentCreated with Sketch.9 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Neben der Einbindung von Aktivisten beschwört Pilz auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl im neuen Parlamentsklub herauf. Dieser "muss ein Team werden", um so einen Gegenpol zur (erwarteten) Kurz-Regierung sein zu können.

Den Grünen attestiert er, dass diese momentan auf einer Welle reiten. Greta Thunberg und andere Klimaaktivisten seien "die besten Wahlhelfer" der grünen Bewegung. Gegenüber Grünen-Chef Werner Kogler schlägt Pilz kritische Töne an. Dieser kolportiere "zwar immer, dass er mich für Gespräche treffen will, vergisst aber immer, mir das auch zu sagen."

Auch die Abwerbung und das Überlaufen zu den Grünen der ehemaligen Jetzt-Abgeordneten Alma Zadic hinterlässt bei Pilz einen bitteren Nachgeschmack. Dieser Schritt sei "hinter meinem Rücken" vonstatten gegangen.



Politisch korrekt? "Werde ich nie sein"



Gelassen zeigte er sich über die erstmals 2017 publik gewordenen Vorwürfe, er habe 2013 eine Frau sexuell belästigt. "Es wird Parteien geben, die Interesse haben, daraus wieder was zu machen. Dem stell ich mich und rede in aller Ruhe darüber. Ich bin darauf vorbereitet."

Der Fall wurde wegen Verjährung von der Staatsanwaltschaft zu den Akten gelegt. Negative Auswirkungen auf die Ehe hätte es, zumindest langfristig gesehen, nicht gegeben. "Meine Frau hat keine Sekunde geglaubt, dass das stimmt".

Für Pilz, der laut eigener Angabe "nie politisch korrekt" sein wird, wäre auch der Nicht-Einzug in den Nationalrat keine Tragödie: In diesem Falle wolle er mit seiner Frau ausführlich reisen. Sein Onlinemagazin zackzack.at würde er aber auch in der Polit-Pension weiterführen. (mr)

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