Diese Frage lässt Kickl im ORF-Radio fast ausrasten

Der neue FPÖ-Chef Herbert Kickl ortete in einer Frage die "Nazikeule".
Der neue FPÖ-Chef Herbert Kickl ortete in einer Frage die "Nazikeule".Florian Schroetter / EXPA / picturedesk.com
Der neue FPÖ-Chef Herbert Kickl attackierte Dienstagfrüh eine Radiomoderatorin mit dem Vorwurf, sie schwinge die "Nazikeule". Was ihn in Rage brachte.

Die Emotionen gingen mit dem neuen FPÖ-Chef Herbert Kickl am Dienstagmorgen im Ö1-"Morgenjournal" durch. Dabei hatte alles ganz harmlos mit einem Telefon-Interview begonnen. Die Moderatorin konfrontierte Kickl damit, dass Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner nach Norbert Hofers Rücktritt als FPÖ-Chef erklärt hatte, Hofer habe die FPÖ dahin gestellt, wo sie seiner Meinung nach hingehöre und sie regierungs- und koalitionsfähig gemacht, rechts der Mitte und bürgerlich. Kickl gelte dagegen als politischer Scharfmacher. Wolle er das ändern?

"Also, da trennt uns ja überhaupt nichts in dieser Analyse, da bin ich mit Manfred Haimbuchner völlig einer Meinung. Eine Partei muss immer so aufgestellt sein, dass sie sowohl regierungsfähig, als auch oppositionsfähig ist. Das Problem entsteht ja nur dann, wenn eine Partei den Versuch unternimmt, beides am selben Ort zur selben Zeit zu sein. Dann geht das nicht zusammen. Aber genau das ist ja nicht die Absicht, sondern wir sind jetzt auf Bundesebene gefordert, eine entsprechende Oppositionspolitik gegen eine Politik zu machen, die von der türkisen ÖVP dominiert wird und die ich als das größte Blendwerk der 2. Republik bezeichnet habe. Da ist Opposition das Gebot der Stunde", so Kickl.

"Eine Politik, die den Namen lebendig, vital, empathisch verdient, dafür stehen die Freiheitlichen"

Die FPÖ stehe für eine "Opposition, die diesen Namen auch verdient", so Kickl. Man sei "in einer einzigartigen Situation in dieser 2. Republik, das muss man wirklich einmal sagen, wo türkise Karrieristen im Namen der österreichischen Volkspartei im Grunde genommen dieses Land moralisch zugrunde richten". Es gebe auch "eine ganze Latte an gebrochenen Versprechen", etwa der angekündigte Mitte-Rechts-Kurs, so Kickl. "Eine Politik, die den Namen lebendig, vital, empathisch verdient, dafür stehen die Freiheitlichen."

"Ich hab ja nur drauf gewartet. Es ist kurz nach 7 Uhr und Sie schwingen schon wieder die Nazikeule"

Mit der ÖVP könne es "keine Form der Zusammenarbeit" geben, stellte Kickl klar, kalmierte aber sofort: Er rechne jederzeit mit einer "Implosion" der Regierung, dann würden "die Karten neu gemischt". Emotional wurde es zum Ende, als die Moderatorin Kickl darauf ansprach, er gelte für viele Politiker und Beobachter als "radikal und extrem". Kickl konterte, er das seien "sinnentleerte politische Kampfbegriffe", er nenne es "nachhaltig, konsequent, dass nenne ich geradlinig, das nenne ich ehrlich". Das würde gut bei der österreichischen Bevölkerung ankommen, zu Rechtsextremismus-Vorwürfen könne er nur ein "klares Nein" sagen.

Kurz vor der Eskalation stand das Interview dann bei der Frage, ob Kickl sich wie Hofer vom "rechtsextremen Narrensaum" abgrenzen werde und Gruppierungen wie die Identitären keinen Platz in der FPÖ hätten. "Ich hab ja nur drauf gewartet. Es ist kurz nach 7 Uhr und Sie schwingen schon wieder die Nazikeule", wetterte Kickl. Das sei ein "wirkungsloses und stumpfes Instrument" geworden, so der FPÖ-Chef. "Diese Grenzen" habe er "gerade gesagt" und "ich lasse mich ja nicht auf eine sinnbereite Diskussion ein". Die Abgrenzung sei vollkommen klar gewesen und bleibe es auch, so Kickl.

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