Ein Kriminalist hält eine Aufklärung im Fall der verschwundenen Rebecca nach wie vor für möglich. Die Staatsanwaltschaft hat derweil keine neuen Hinweise. Die damals 15-Jährige wird seit 2019 vermisst, nachdem sie die Nacht bei ihrer Schwester und ihrem Schwager in Berlin-Neukölln verbracht hatte. Was geschah an besagtem 18. Februar? Fünf Theorien.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass man nicht nach einer vermissten Person, sondern nach einer Leiche sucht. "Die Akte ist nicht geschlossen, neuen Hinweisen wird nachgegangen. Aber aktuell gibt es keine neuen Ermittlungsspuren", wird der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Sebastian Büchner, von Merkur.de zitiert.
"Sie haben festgestellt, dass es keine andere Erklärung gibt. Es gibt keine Hinweise, die eine andere Erklärung möglich machen", erklärte Martin Steltner von der Staatsanwaltschaft Berlin das Vorgehen bereits 2021 in einer RTL-Dokumentation. Es hätte irgendwelche Hinweise gegeben, wenn Rebecca das Haus freiwillig verlassen hätte. Damals geriet der Schwager der Vermissten ins Visier der Ermittler. Er wurde vorläufig in Gewahrsam genommen, kam jedoch aufgrund fehlenden dringenden Tatverdachts wieder frei. Auch die Familie geht weiter von der Unschuld des Schwagers aus.
Nachdem das Verschwinden von Rebecca publik wurde, meldete sich eine junge Frau, die Rebecca am Tag ihres Verschwindens noch gesehen haben will. Im Podcast "Im Dunkeln. Der Fall Rebecca Reusch" äußerte sich zudem eine Nachbarin, die den Teenager ebenfalls gesehen haben will. Dies auf einer Straße in Berlin-Britz. Rebecca soll eine lilafarbene Decke bei sich gehabt haben. Die Frau meldete sich bei der Polizei, sei aber nicht ernstgenommen worden, wie die "Frankfurter Rundschau" schreibt. Die Polizei relativierte, man sei allen Hinweisen "angemessen" nachgegangen. Hinzu kommt eine weitere Zeugin, die in einem Gespräch mit RTL angab, die damals 15-Jährige an einer Bushaltestelle erkannt zu haben. "Ich habe ihr Gesicht erkannt. Wenn ich Menschen einmal sehe, dann verwechsele ich sie nicht."
Die Eltern der Vermissten äußerten in etlichen Interviews die Befürchtung, dass ihre Tochter irgendwo festgehalten wird. Zudem rückte eine Online-Bekanntschaft in den Fokus der Ermittler. Freunde von Rebecca sagten gegenüber zwei Journalistinnen, dass sie mit einem gewissen "Max" in Verbindung stand. Der unbekannte Freund soll sogar für ein Treffen nach Berlin gereist sein. Doch Rebecca hätte kurzfristig abgesagt. Ob sie sich doch mit dem Jugendlichen getroffen hat, ist unklar. Auch Hinweise auf eine Entführung liegen nicht vor.
Wie die "Frankfurter Rundschau" weiter weiß, meldeten sich auch Zeugen, die Rebecca im Ausland gesehen haben wollen. Die Vermisste soll beispielsweise in einem polnischen Einkaufszentrum aufgetaucht sein. Dies in Begleitung eines Mannes. Eine Frau behauptete, Rebecca auf Teneriffa wiedererkannt zu haben. Wen die Personen da wirklich gesehen haben will, ist unklar.
Eine weitere Theorie, die schon seit Jahren im Raum steht, ist die, dass die Leiche von Rebecca in einem Wald in Brandenburg liegt. So wollen Zeugen das Auto des Schwagers nach ihrem Verschwinden dort gesehen haben. Eine Frau habe zudem in besagtem Gebiet einen Mann mit Baseball-Mütze gesehen, der sich verdächtig verhalten habe. Dies sagte sie den Machern des Podcasts zu Rebeccas Verschwinden. Die Ermittler gingen dem Hinweis nach, doch die Spur führte nicht zur Vermissten.