Bald mehr Geld für Rollstuhl und Zahnspange

"Riesenschritt" für Patienten: Die Sozialversicherungen haben sich auf die Vereinheitlichung von 11 Kassenleistungen geeinigt.

Erst am Mittwoch stellte Sebastian Kurz seinen Zehn-Punkte-Plan für das Gesundheits- und Sozialsystem vor. Er will unter anderem Fotos auf die E-Cards drucken. Lesen Sie hier alle seine Vorschläge.

Hauptverbandschef Alexander Biach steht dem positiv gegenüber. Das Foto auf den E-Cards würde zwar Missbrauch verhindern, sei aber derzeit schlichtweg zu teuer. Statt einem kompletten Austausch aller E-Cards schlägt er zunächst einen freiwilligen Austausch vor.

Auch zu Kurz' zweiter Forderung nach schlankeren Strukturen gibt es längst Pläne und auch erste erfreuliche Ergebnisse. Die Unterschiede bei den Leistungen der einzelnen Bundesländerkassen sollen weiter beseitigt werden. Die "Kleine Zeitung" berichtet über elf Leistungen, die nun vereinheitlicht werden.

"Wir haben elf von 23 Leistungen aller Trägervereine harmonisiert", sagt Biach und bezeichnet dies als einen Riesenschritt. Ein Beispiel: Kein Mensch würde verstehen, warum die Kassen in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich viel zu einem Rollstuhl dazuzahlen.

Das sind alle Änderungen:



- Zeckenimpfung: Statt vier unterschiedlicher Zuschüsse zur Impfung, zahlen die Kassen nun in ganz Österreich 4 Euro dazu (bisher von 2 - 3,70 Euro).

- PSA-Test: Gewährung war bisher unterschiedlich, nun sollen sie bei Risikoindikatoren ab 40 Jahren, sonst als Vorsorgeuntersuchung ab 50 Jahren übernommen werden.

- Transportkosten: Die Selbstbehalte fallen bei Chemo-, Strahlen-, Dialysebehandlungen, Rezeptgebührenbefreiung und Notarzt weg.

- Ultraschall beim Frauenarzt: Bisher in Wien und Tirol kostenpflichtig, in Zukunft übernimmt das die Kasse österreichweit.

- Rollstühle: Einheitlicher Zuschuss von 3.320 Euro.

- Windeln: Einheitlicher Zuschuss von 1.328 Euro.

- Blutzuckerstreifen: Einheitliche Abgabemenge je nach Produkt (100-650 Stück).

- Blutzuckermessgerät: Einheitlicher Selbstbehalt bei Anschaffung.

- Zahnspange (bis IOTN3): Einheitlich 50 Prozent Zuschüsse fpr Behandlung und Reparatur.

- Familienzuschläge beim Krankengeld: Bisher nur in Vorarlberg und Oberösterreich verfügbar, bekommen nun alle Versicherten, die in Familie leben ab dem 43. Krankenstandstag (wenn keine Entgeltfortzahlung) 10 Prozent mehr von der Kasse.

- Krankengeld bei stationärem Aufenthalt: Auch wenn Anspruch auf Krankengeld schon abgelaufen ist, wird bei Eintritt eines stationären Aufenthaltes weiter Krankengeld gewährt. (csc)

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Maria Theresia von ÖsterreichGood NewsPolitik

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