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Diese Modeketten zahlen in Indien Hungerlöhne

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:22

Das ist die dunkle Seite der Modeindustrie: Für unsere billige Kleidung müssen Näherinnen in Indien für Hungerlöhne arbeiten. Eine Kampagne von "Clean Clothes" zeigt jetzt die schrecklichen Arbeitsbedingungen auf.

Das ist die dunkle Seite der Modeindustrie: Für unsere billige Kleidung müssen Näherinnen in Indien für Hungerlöhne arbeiten. Eine Kampagne von "Clean Clothes" zeigt jetzt die schrecklichen Arbeitsbedingungen auf. 
Für günstige Moden verschließen wir schon mal die Augen. Denn wenn man wirklich darüber nachdenkt, können Arbeiter nicht ordentlich bezahlt werden, wenn eine Hose um die 10 Euro und ein Shirt um die drei Euro kosten. Doch im Shoppingsrausch vergisst  man das leicht. 

Eine neue "Clean Clothes"-Kampagne zeigt jetzt die schrecklichen Arbeitsbedingungen in Indien auf. So sollen Modeketten wie C&A ihren Näherinnen so wenige Lohn bezahlen, dass die Frauen sich sogar verschulden müssen, um überleben zu können. 

Die überwiegend weibliche Belegschaft von zehn Produktionsanlagen in und um die Stadt Bangalore sei zu 70 Prozent verschuldet, heißt es in dem Bericht. Die Mitarbeiter wurden befragt, wie viel Lohn sie erhalten. Die Antwort ist erschreckend, laut ihren Aussagen sind es durchschnittlich 90 Euro pro Monat. Das ist rund ein Drittel dessen, was eine der Organisationen als Existenzminimum in Indien definiert. 

Eine Arbeiterin sagte, sie laufe täglich eine Stunde zur Arbeit und wieder zurück, weil sie kein Geld für den Bus hat. Die untersuchten Produktionsanlagen beliefern demnach auch die Modefirmen C&A, G-Star, Scotch & Soda, MEXX Europe, Coolcat, The Sting, McGregor Fashions, Suitsupply und WE Fashion. Die Unternehmen erklärten, ein Existenzminimum sei wichtig. Sie arbeiteten daran, die Herausforderungen rund um Löhne und Arbeitsbedingungen zu bewältigen.

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